> >Naked Scientology - William Burroughs [Plaintext version 1.0, August 18, 1998] Willian S. Burroughs Ali's Smile Naked Scientology Expanded Media Editions [Photo of Burroughs using an E-Meter] Copyright 1972, 1973 und 1978 by William S. Burroughs Translation and edition: Carl Weissner Coverdesign: Walter Hartmann Printed by MaroCruck, Augsburg 2. Auflage 1985 Expanded Media Editions Postfach 190 136 5300 Bonn 1 ISBN 3-88030-011-9 INHALT William Burroughs: Die Scientology-Kontroverse (L.A. FREE PRESS, 6.3.1970)................................7 William Burroughs: Offener Brief an Mr. Gorden Mustain (EAST VILLAGE OTHER, 7.7.1970)............................24 William Burroughs: Anmerkungen zu ,,Inside Scientology" von Robert Kaufman (ROLLING STONE, 9.11.1972).............31 R. Sorrell (Church of Scientology): Brief an ROLLING STONE, 5.12.1972.........................42 William Burroughs: Zu R. Sorrells Brief an ROLLING STONE.....................43 William Burroughs: Ali's Smile...............................................53 CONTENTS Burroughs on Scientology (L.A. FREE PRESS, 6.3.1970)...............................63 William Burroughs: Open Letter to Mr. Garden Mustain (EAST VILLAGE OTHER, 7.7.1970)............................78 William Burroughs on "Inside Scientology" by Robert Kaufman (ROLLING STONE, 9.11.1972.................................83 R. Sorrell (Church of Scientology): Letter to ROLLING STONE, 5.12.1972........................90 William Burroughs: Answer to R. Sorrell's Letter.............................91 William Burroughs: Ali's Smile...............................................99 Naked Scientology William Burroughs: Die Scientology-Kontroverse (LOS ANGELES FREE PRESS, 6. M„rz 1970) Angesichts der Tatsache, daá meine Artikel und Statements zum Thema Scientology m”glicherweise junge Leute dazu bewogen haben, sich der sogenannten Scientology-Kirche anzuschlieáen, fhle ich mich verpflichtet, meinen gegenw„rtigen Standpunkt in dieser Angelegenheit eindeutig klarzumachen. ,,Einige der (von Scientology entwickelten) Techniken sind von groáem Wert und sollten Aniaá zu weiteren Experimenten sein. Der E-Meter ist ein ntzliches Ger„t (-zahlreiche Variationen dieses Instruments sind denkbar). Die Praktiken und die politischen Ziele der Scientology- ORGANISATION lehne ich dagegen stikt ab. Keine Vereinigung, der es um die Verbreitung von Wissen geht, hat es n”tig, sich organisatorisch zu verfestigen. Ein organisatorischer Rahmen kann der Verbreitung von Wissen nur hinderlich sein. Gedankenfreiheit innerhalb einer Organisation ist ein Widerspruch in sich. Angenommen, Newton h„tte eine Kirche der Newtonschen Physik gegrndet und sich geweigert, seinen Kritikern Einsicht zu gew„hren in die Formeln, auf die sich die Newtonsche Physik grndet? Alle Organisationen schaffen organisatorische Zw„nge. Genau solche selbstgeschaffenen organisatorischen Zw„nge haben es verhindert, daá Scientology die ernsthafte Beachtung findet, die sie aufgrund der Bedeutung von Mr. Hubbards Entdeckungen verdient. Die Scientologen sind nicht bereit, sich von kompetenten und kritischen Leuten auf die Finger sehen zu lassen. Sie verlangen, daá man ihnen bedingungslos folgt. 7 Mr. Hubbards unverhllt faschistische Žuáerungen sind zudem kaum geeignet, ihn etwa den militanten Studenten zu empfehlen: China ist die eigentliche Gefahr fr den Weltfrieden, Scientology ist der Bewahrer von Heim und Herd, Kirche, Familie, Sitte und Moral--- Partnertausch ist ein schmutziger kommunistischer Trick und daher absolut verwerflich---Scientology ist fr nationale Grenzen und verteidigt das Prinzip von RECHT und UNRECHT gegen den b”sen freidenkerischen Psychiater... Fr die Scientologen ist es also an der Zeit, sich klipp und klar fr die eine oder die andere Seite zu entscheiden, wenn sie sich von jungen Leuten Vertrauen und Untersttzung erwarten. Auf welcher Seite stehen Sie, Hubbard, auf welcher Seite stehen Sie? Dieses Statement, das in meinem demn„chst erscheinenden Buch THE JOB enthalten ist, bedarf ausfhrlicher Erg„nzungen. Hier ist ein Artikel neueren Datums aus dem Scientologenblatt FREEDOM SCIENTOLOGY (Nr. 11): PSYCHIATRIE Nr. 1 --- Uberzeugungen und Ziele. Enthllungen ber einen seltsamen Kult. Psychiatrie, f.-ein Spezialgebiet der Medizin, das sich befaát mit der Vorbeugung, Diagnose, Behandlung und Heilung von Geisteskrankheiten sowie - im weiteren Sinne - zahlreichen pers”nlichen Anpassungsschwierigkeite Historisch gesehen entwickelte sich die Psychiatrie im Rahmen der Gesamtmedizin und befaáte sich mit der medizinischen Behandlung von Geisteskranken. Im Laufe der Entwicklung dieser Wissenschaft war dann ihre Behandlungsweise selten eine spezifisch medizinische, und viele der Behandelten waren nicht im blichen Sinne des Wortes krank, weder k”rperlich noch geistig. Die psychiatrische Praxis unterscheidet sich daher selten von der anderer Spezialwissenschaften, die sich mit Problemen der psychologischen Anpassung befassen. Der Terminus Seelenheilkunde beschreibt ann„hernd genau die psychiatrische Praxis, nicht aber die Art der Ausbildung auf diesem Gebiet, die selten 8 eine Kenntnis der Psychologie geistig normaler Menschen voraussetzt. adj. psychiatrisch. Die Aktion 'Gesunder Geist' (Mental Health) begann sich nach dem 2. Weltkrieg zu formieren und fr ihre Sache zu werben. Verschiedene Mental Health Gruppen, Gesellschaften und Komitees wurden in aller Welt gegrndet, und man gab Erkl„rungen ber die Zukunft der Zivilisation ab. Dr. Brock Chisholm war damals eine treibende Kraft hinter diesen Organisationen. Seine Verlautbarungen sind von Interesse - selbst wenn sie unwahrscheinlich klingen. 1945 --- 'Lassen Sie uns unsere Verantwortung belahen, die Welt neu zu gestalten'. Und der Plan fr diese Neugestaltung ist im Grunde sehr einfach: Kriege sollen in Zukunft vermieden werden durch eine Weltregierung, getragen von Weltbrgern, die man (nach den Worten von Chisholm) auf einen 'Entwicklungsstand emotionaler Reife' bringt durch das 'Revidieren und schlieáliche Abschaffen des Prinzips von Recht und Unrecht, wie es bisher Grundlage der Kindererziehung gewesen ist...' Chisholm wuáte, daá sich das nicht ber Nacht erreichen l„át. Die Menschen neigen dazu, an alten 'Vorurteilen' festzubalten: Patriotismus, Individualit„t, Loyalit„t gegenber Familie und Freundeskreis, Befolgung 'engstirniger' religl”ser Vorschriften. 'Es spricht einiges datr, die alten verfehlten Ansichten der „lteren Generation sanft, aber bestimmt aus dem Verkehr zu ziehen...Wenn sich das nicht im Guten bewerkstelligen l„át, wird man es eben energisch oder gar mit Gewalt tun mssen.' 'Wir haben alle m”glichen sch„dlichen Uberzeugungen geschluckt, mit denen uns unsere Eltern, unsere Pfarrer und unsere Lehrer in der Schule gefttert haben..' 'Wenn die Menschheit von dieser l„hmenden Last des Gut und B”se befreit werden soll, mssen es die Psychiater sein, die sich dies als erste zur Aufgabe machen.' 9 'Wir sollten damit beginnen, daá wir den Kindern bereits im ersten Schuljahr Unterricht in Psychologie geben, im Alter von 5 oder 6 Jahren, solange ihre Denkf„bigkeit noch nicht volikommen verdorben ist.' '...um den „ltesten und hartn„ckigsten Parasiten auf dieser Welt zu entwurzeln und zu vernichten: den Baum der Erkenntnis von Gut und B”se.' Zehn Jahre danach predigte Dr. Chisholm noch immer... 'Ein Mann, der sechs Kinder zeugt, ist ein unverantwortlicher Bursche, der seine Verantwortung als Weltbrger ignoriert hat Wer den Ehrgeiz hat, den Kaninchen Konkurrenz zu machen, verdient keine Bewunderung...' Dies sind die Uberzeugungen der fhrenden Vertreter dieses seltsamen Kults der Psychiatrie. Chisholm steht nicht allein - man lese nur einmal Julian Huxleys Ansichten ber Gott: 'Der Fortschritt der Naturwissenschaft...hat uns einen Entwicklungsstand gebracht, fr den Gott nicht l„nger eine brauchbare Hypothese ist. Ein schwacher Schimmer von Gott...brtet noch ber unserer Welt wie das L„cheln einer kosmischen Cheshire-Katze. Aber auch das wird schlieálich aus dem Universam getilgt werden, je mehr unser Wissen fortschreitet. Ich glaube nicht an die Existenz eines oder mehrerer G”tter.' Dies sind keine vereinzelten Ansichten. Der Kinsey-Report gelangte zu dem Schluá, daá Kinder, die von Homosexuellen miábraucht worden waren, in ihrer sp„teren sozio-sexuellen Entwicklung davon profitiert haben k”nnten; und daá Frauen mit vorehelichen sexuellen Erfahrungen zu einer besseren emotionalen Anpassung an verschiedene Typen von M„nnern f„hig waren. Und in Kliniken ist im Rahmen von Psychiatrie-Kursen u.a folgendes gelehrt worden: 'Voreheliche und auáereheliche Beziehungen k”nnen fr die Entwicklung einer guten 'geistigen Hygiene' auáerordentlich f”rderlich sein'; und Onanie sei bei Heranwachsenden ganz in Ordnung, werde aber im sp„teren Leben 'v”llig zu Unrecht' getadelt. 10 Die Psychiater machen hier aber nicht halt Es gibt ein weiteres piece de resistance, das sie schon seit Jahren einzufhren versuchen: die 'Alaska Mental Health Bill'. Dies ist die autorit„rste und undemokratischste Anrepung, die bisher von seiten des psychiatrischen Kults gemacht worden ist. Es geht dabei um folgende Absicht: Ein groáes Gebiet in Alaska soll bereitgestellt werden fr die 'Behandlung' von 'Irrenh„uslern' aus den anderen amerikanischen Bundesstaaten. Die Einweisung dieser 'Patienten' kann geschehen 'auf schriftlichen Antrag einer daran interessierten Person', oder sie kann veranlaát werden von 'jedem Beamten der Gesundheits- oder Wohlfahrtsbeh”rde, oder von jedem Polizeibeamten...' Die Prfung des Antrags kann unter Ausschluá der ™ffentlichkeit stattfinden, ohne daá der Betroffene davon in Kenntnis gesetzt wird. Eine BEWEISAUFNAHME findet bei solchen Hearings nicht statt. Das bedeutet, daá Sie bei Nacht von Vertretern der Beb”rden aus dem Bett geholt und nach Alaska veffrachtet werden k”nnen - gleichgltig ob sie dagegen protestieren oder nicht. Ihr 'Fall' ist bereits geprft worden, ohne daá Sie davon wuáten, und es ist entschieden worden, daá Alaska fr Sie der richtige Ort ist. Und was in den USA funktioniert, wird sich auch auf andere L„nder bertragen lassen. Es ist eine historische Tatsache, daá die Scientology-Organisationen diesen Gesetzentwuff von Anfang an in jedem Land bek„mpft haben und dies werden sie auch weiterhin tun, denn Freiheit und Menschenrechte jedes einzelnen stehen auf dem Spiel. In mehreren F„llen sind bereits Menschen aufprund politischer Kontroversen 'verschwunden' - nach dem erw„hnten Gesetz k”nnten sie entfernt werden aufgrund ihres sogenannten 'irrationalen' Verhaltens, oder wegen geistiger Defekte, oder weil sie 'geistig labil' sind. Dr. H.A. Overstreet hat die neuartigen 'Symptome' von geistigen Erkrankungen beschrieben in seinem Buch 'The Great Enterprise - Relating Ourselves to Our World'. Er schreibt: 'Ein Mann...mag heftig opponieren gegen Rassengleichheit, Sozialwohnungen, finanzielle und technische Hilfe fr unterentwickelte L„n- 11 der, Gewerkschaften und die Verbreitung einer Soziaireligion anstelle einer Heilslehre...solche Leute m”gen 'normal' erscheinen in dem Sinne, daá sie einen Beruf ausben k”nnen und sonstwie ihren Status als Mitglied der Gesellschaft aufrecht erhalten: sie sind aber, wie wir heute wissen, bereits auf dem besten Wege zur Geisteskrankheit' Da haben wir es. Die heutige 'Psychiatrie' und 'Mental Health' wie sie von den Chisholms, den Overstreets und den Huxieys propagiert werden, sind absolut anti-christlich und subversiv. Kein Wunder, daá Mr. Fablan - der ehemalige Detective Superintendent von Scotland Yard - in diesem Zusammenhang vom 'gr”áten Schwindel des Jahrhunderts' spricht Wenn man die Uberzeugungen dieses Kults, wie sie von seinen fhrenden Vertretern geauáert werden, abschlieáend zusammenfaát, so l„át sich ganz klar sehen: Die Psychiatrie leugnet Gott Die Psychiatrie macht sich lustig ber die Bibel und ihre Lehre. Die Psychiatrie propagiert sexuelle Promiskait„t und Perversion. Die Psychiatrie attackiert nationale Souver„nit„t und pers”oliche Loyalit„tspflichten. Die Psychiatrie m”chte 'Patienten' ohne vorherige feire Anh”rung einweisen. Es gibt indessen viele aufrichtige, strebsame Menschen, die im ”ffentlichen Interesse fr das geistige Wohlergehen ihrer Mitmenschen arbeiten, ohne sich bewuát zu sein, daá sie damit zu Miti„ufern eines dabiosen Kults werden. Deshalb wollen wir diese Serie ver”ffentlichen und die Tatsachen bekannt machen. Wir bernehmen dafr die volle Verantwortung. (Thema der n„chsten Folge: Psychiatrie Nr. 2 - Mord durch 'Behandlung'.) Anmerkung: nicht alle Psychiater sind schlecht Viele m”chten die Praktiken reformieren, die eine Minorit„t der Mehrheit aufzwingt Wir werden ihre Ansichten ver”ffentlichen. 12 Nun, was soll dieser ganze Unfug ber die Psychiater? Im schlimmsten Falle sind Psychiater die Verteidiger des Establishments, die 'Abweichler' durch 'Anpassung' oder Zwang wieder in gesellschaftlich sanktionierte Normen pressen. Im gnstigsten Fall dr„ngen sie auf eine llberalere und humanere Besch„ftigung mit menschlichen Problemen und geraten dabei unter Umst„nden sogar mit dem Establishment aneinander. Die 'Mental Health' Psychiater zum Beispiel haben Nixon bei der Durchsetzung versch„rfter Drogengesetze gebremst. Dr. Chisholm macht auf mich einen ausgesprochen vernnftigen Eindruck. Das Konzept von nationalen Grenzen, von NATIONEN berhaupt, ist natrlich die Formel fr Krieg. Dogmatisches Beharren auf RECHT und UNRECHT ist das Instrument fr psychologische Versklavung, wie es von allen Establishments gehandhabt wird. Daá Julian Huxley Medizin studiert und ein Dipiom in Psychiatrie erworben haben soll, ist mir neu. Als ich ihn das letzte Mal besuchte, war er noch Biologe, verwurzelt im Darwinismus des 19. Jahrhunderts, und von subversiv keine Spur. Jedenfalls bin ich mir ganz sicher, daá ihn der Verfassungsschutz nicht observieren l„át. Kinsey habe ich immer nur als statistischen Psychologen gekannt. Er hat nie vorgegeben, ein qualifizierter Psychiater zu sein. 'Ein Mann mag heftig opponieren gegen Rassengleichheit, finanzielle und technische Hilfe fr unterentwickelte L„nder, Gewerkschaften .. usw.'-lies: 'Ein Mann kann ein bornierter Drecksack sein, der brav in die Kirche geht, jedem Bullen in den Arsch kriecht, und keine Nigger in seinem Verein sehen m”chte...Warum verscherbeln wir unsere guten amerikanischen Dollars an einen Haufen unmoralische Ausl„nder?...Und was diese Hippies und Dope Freaks und Langmehnigen angeht: Ich sag, leg sie um, wen juckts. Sonst kommts noch soweit, daá ein ehrlicher Wallace-W„hler einfach gekidnapt und nach Alaska verfrachtet wird und von ner internationalen kommunistischen PsychiaterClique ne Gehirnw„sche verabreicht kriegt und kastriert wird.' 13 'Die meisten von diesen Psychiater-Fritzen sind sowieso Juden. Hab ich recht, Clem?' 'Na klar, Luke. Und die Juden glauben nicht an den Herrn Jesus, das hab ich zuhaus in meinen Freimaurer-Trakt„tchen gelesen.' All das weckt unbehagliche Erinnerungen an die Protokolle von Zion und den V”lkischen Beobachter. Die Protokolle von Zion waren eine antisemitische F„lschung, die erstmals 1903 in St. Petersburg auftauchte. Daá es sich um eine F„lschung handelt, ist seit 1921 erwiesen. Die Nazis bestanden trotzdem darauf, daá die Protokolle echt seien und benutzten das Dokument als Vorwand fr ihre antisemitische Propaganda. Der 'Strmer' und der 'V”lkische Beobachter' waren voll von Karikaturen, in denen heimtckische Juden christliche M„dchen vergewaltigten und christliche Babies fraáen, w„hrend sie Pl„ne zur Erringung der Weltherrschaft ausheckten. Nach den Protokollen soll der grundlegende Plan so ausgesehen haben: Weltweite Subversion und Unterwanderung aller Autorit„t durch Verbreitung liberaler Ideen, Zersetzung der Familie durch Ermutigung zu jeder Art von Ausschweifung und Unmoral; ferner solite der religl”se Glaube unterminiert und in Miákredit gebracht werden, Nichtjuden sollten dazu ermutigt werden, sich dem Atheismus zuzuwenden. Wir k”nnen Ezra Pounds Dichtungen lesen, ohne seine politischen Uber- zeugungen zu teilen. K”nnen wir eine „hnliche Trennung machen zwischen Mr. Hubbards ”ffentlich verbreiteten Ansichten und der t„glichen Praxis der Scientology? Nein, das k”nnen wir nicht. Eine Trennung zwischen Mr. Hubbards Ansichten und seiner Arbeit ist ausgeschlossen, wenn man sich seine grandiosen Behauptungen ansieht ....'Galaxie um Galaxie, Milliarden Lichtjahre entfernt, kennt keine Brcke, keinen Weg zur Freiheit...Scientology ist der eine und einzige Weg zu totaler Freiheit und totaler Macht...Scientology besitzt die L”sung fr alle Probleme des Univercums, einschlieálich der L”sungsmethode...' 14 Wenn der Erfinder, Kontrolleur und Bewacher des 'Weges zur totalen Freiheit' mit solchem reaktion„ren John Birch Gefasel ankommt, wird sein 'Weg' zu einer dubiosen Angelegenheit, und wir haben jedes Recht, von ihm zu erfahren, wie seine 'L”sungsmethode'denn nun genau aussieht. Wenn Mr. Hubbard sich damit zufrieden g„be, ein Techniker zu sein, der ein paar bedeutsame Entdeckungen gemacht hat, dann k”nnten wir es uns leisten, seine pers”nlichen Ansichten zu ignorieren. Wenn er sich dagegen als Erl”ser aller denkbaren Universen hinstellt, k”nnen wirs nicht. Die protzige Pr„sentation, die reaktion„ren Ansichten, die lachhaften Behauptungen und der haarstr„ubende Stil seiner Schriften srind derart abschreckend, daá sich die wenigsten intelligenten Leute breitschlagen lassen werden, in der Scientology irgendwas Beachtenswertes zu sehen. Und sollte sich einer ein objektives Bild davon machen wollen, so wird ihm das angesichts der besonderen Struktur der Scientology- Organisation schwerfallen. Das f„ngt damit an, daá die tats„chlich praktizierten Techniken nirgendwo in Mr. Hubbards Bchern beschrieben sind. Wer diese Techniken erlernen will, muá also Kurse in einem Scientology-Center absolvieren. Und man bezahlt nicht nur die Kursgebhr, erh„lt das Lehrmaterial und macht sich ans Lernen. Oh nein. Man muá BEITRETEN. Man muá eine Mitgliedschaft 'fr die Dauer des Universums' eingehen. (Angeb”rige der 'Sea Org' mssen einen Vertrag auf eine Milliarde Jahre abschlieáen...) Das Material fr die Fortgeschrittenen-Kurse bleibt nicht nur unver”ffentlicht sondern ist 'vertraulich', und ein Kursteilnehmer der dieses Material weitergibt, wird von der weiteren Teilnahme an den Kursen ausgesch lossen. Das Material ist nur zug„nglich fr den, der diese Kurse absolviert und 15 sich den Bedingungen unterwirft, die Mr. Hubbard dafr vorgeschrieben hat. Um Zugang zum Material fr den 'Clearing' Kurs zu erhalten, muáte ich mich einer Reihe von 'Security Checks' unterziehen (auf eigene Kosten, versteht sich), die mit einem Lgendetektor durchgefhrt wurden: 'Haben Sie irgendwelche Zweifel an der Scientology? Hegen Sie irgendwelche unfreundlichen Gedanken in bezug auf L. Ron Hubbard? Sind Sie mit irgendwelchem Kommunisten pers”nlich bekannt? ' - (Keiner wollte wissen, ob ich mit irgendwelchen ClA-Typen pers”nlich bekannt bin...) - 'Stehen Sie in Beziehung mit einer Suppressive Person?'... (-Eine 'Suppressive Person' ist jeder, der an der Scientology was auszusetzen hat)...'Hat Ihr Hiersein einen anderen Zweck als den, den Sie angegeben haben? Halten Sie diese Sicherheitsmaánahmen fr unn”tig?' usw. - 23 Stunden lang... Man muá darauf schw”ren und in irgendeiner Form auch glauben, daá die Richtlinien der Organisation korrekt sind und daá das Lehrmaterial (ohne daá man es bis dahin zu Gesicht bekommen hat) das ist, als was es Mr. Hubbard ausgibt. Es ist so als wrde ein Physiker sagen: 'Meine Formeln zeige ich Ihnen erst, wenn Sie mir zuvor unbesehen zugeben, daá sie stimmen.' Die Security Checks sind mittlerweile abgeschafft worden. Wer jedoch Zweifel an der Scientology „uáert, wird nach wie vor von den Fortge- schrittenen-Kursen ausgeschlossen. Es besteht auch weiterhin die Praxis des 'Brandmarkens': als 'nichtexistent', 'haftbar', 'Verr„ter' oder 'Zweifler' wird man gebrandmarkt bei Vergehen oder Verbrechen gegen die Scientology. Wer in schwerwiegender Weise gebrandmarkt wurde, muá einen schmutzigen grauen Lumpen um den Arm tragen, darf nicht baden, sich rasieren oder die Kleider wechseln, darf das Geb„ude nicht verlassen, muá niedere Arbeiten verrichten, muá 'dem Feind einen vernichtenden Schlag beibringen', seine Fehler eingestehen und jedes Mitglied des Centers um Vergebung bitten. Erwartet Mr. Hubbard allen Ernstes, daá erwachsene Menschen-Wissenschaftler, Knstler, Leute mit beruflicher Qualifikation - diesen Internats-UnTug mitmachen? 16 Ferner sind gewisse Kategorien von Menschen automatisch vom 'Processing' und von den Lehrg„ngen ausgeschlossen und erhalten keinen Zugang zu Nlr. Hubbards vertraulichen Unteriagen: 'Suppressive Persons', d.h. jeder, der irgendwann einmal die Scientology ”ffentlich angegriffen hat (betroffen sind brigens auch seine Familienangeh”rigen und Bekannten); jeder der sich 'anmaát, ber Scientology zu Gericht zu sitzen'; jeder, der nur gekommen ist, um herauszufinden 'ob Scientology etwas taugt'. Keiner der w„hrend der vorangegangenen sechs Wochen Marihuana geraucht oder w„hrend der letzten drei Monate LSD genommen hat, ist zum 'Processing' zugelassen. Das sind d.ie bemerkenswerten Hindernisse, mit denen jeder konfrontiert wird, der sich ber Scientology informieren will. Was mein pers”nliches Urteil nach sechsmonatiger Teilnahme an Lehrg„ngen angeht: ich wrde diesen Artikel nicht schreiben, wenn ich nicht berzeugt w„re, daá Scientology ernsthafte Beachtung verdient. Ich kann feststellen, daá sich mein Scientology-Training sehr vorteilhaft ausgewirkt hat. In einem frheren Artikel - im MAYFAIR MAGAZINE - habe ich gesagt, daá Scientology in zehn Stunden mehr ausrichten kann als Psychoanalyse in zehn Jahren. Was immer diese Feststellung wert sein mag, ich bin heute noch der gleichen Ansicht. Scientology-Processing ist entschieden genauer und wirkungsvoller als jede derzeit praktizierte Methode der Psychotherapie. Leider hat jedoch Scientology einige grundlegende Fehler der konventionellen Psychotherapie wiederholt. Jede geistige Aberration muá einen dreidimensionalen Koordinatenpunkt im menschlichen Nervensystem haben; sonst k”nnte sie genausowenig eine erkennbare Wirkung hervorrufen wie eine Radio- oder Fernsehsendung, fr die es keinen Empf„nger gibt. Als sich die westliche Psychiatrie von Pawlows Grundlagen abwandte und Super Egas, Ids und Komplexe postulierte - ohne diese Einheiten im menschlichen Nervensystem zu lokalisieren -, versandete die Angelegenheit in mystischen Abstraktionen, mit denen sich nicht mehr praktisch arbeiten lieá. Auf der gleichen 17 Linie liegt Mr. Hubbards 'Reactive Mind', und man fragt sich, wo der denn eigentlich angesiedelt sein soll. (Als ich die Vermutung „uáerte, der Reactive Mind msse im Hypothalamus zu lokalisieren sein, stieá ich auf taube Ohren. Mr. Hubbard ist an solchen Anregungen nicht interessiert. Er sagt rundheraus, ihm sei noch nie eine Anregung von einem Lehrgangsteilnehmer zu Ohren gekommen, die auch nur den geringsten Wert gehabt habe.) Der Reactive Mind, wie ihn Mr. Hubbard im 'Clearing' Kurs einfhrt, ist ein modellhaftes Kontrollinstrument, und jeder, dem es um die Erlangung innerer Freiheit geht, sollte sich damit befassen. Wer mit der Wirkungsweise dieses Mechanismus vertraut ist, kann sich zu einem erheblichen Grade von l„hmenden automatischen Reaktionen freimachen. Mr. Hubbard behauptet, der Reactive Mind stamme aus unvordenklichen Zeiten - womit er jede Uberprfung seiner Entstehungsgeschichte vereitelt. Ich sehe da eher ein verrostetes Schild mit der Aufschrift "Made in USA, 17. September 1899", und sehe mich daher gen”tigt, ihm zu widersprechen. Ich vermute, daá dieser knstliche Kontrollmechanismus um die Jahrhundertwende installiert wurde. Daá dies weitgehend das Werk eines einzelnen Mannes gewesen ist. Und daá dahinter die Absicht steckte, die Menschen auf diesem Planeten im Zustand der Versklavung zu halten, die Erforschung des Raums (d.h. des 'inneren Raums' unseres Geistes und unserer Psyche) zu verhindern, und dem Erfinder und seinen Gefolgsleuten eine parasit„re Ersatz-Unsterblichkeit zu sichern: Solange noch irgendjemand auf den Reactive Mlind reagiert, ist ER gegenw„rtig... Ich habe mir so etwas wie eine T„terbeschreibung gemacht, die auf diesen Mann zutreffen k”nnte. Er war keine Berhmheit, aber auch nicht v”llig unbekannt. Er war nicht sehr reich, aber auch nicht v”llig mittellos. Er war vermutlich Mathematiker, vielleicht ein Komponist, mit ziemlicher Sicherheit ein Spezialist auf dem Gebiet der Maya-Kultur. Der Anstoá kam von den Maya-Codices. 18 Um meinen pers”nlichen Eindruck zusammenzufassen: Ich finde, daá Scientology da und dort an der Oberfl„che gekratzt und einige Ansatzpunkte entdeckt hat. Eingehende Forschungen und Experimente von Leuten mit Quallfikationen auf dem Gebiet der Elektronik, Virustorschung, Kybernetik, Biologie und Konditionierungstechnik k”nnten zu umw„lzenden Entdeckungen fhren. Mr. Hubbard behauptet, der bloáe Anblick seiner vertraulichen Unterlagen wrde bei jedem WOG heftige Ubelkeit und Erbrechen hervorufen. ('WOG' ist seine aufschluáreiche Bezeichnung fr jeden Auáenstehenden.) Ich kann auf eine gewisse Erfahrung im schriftstellerischen Handwerk zurckblicken, aber ich traue mir nicht zu, ein paar Worte hinzuschreiben, die einer nennenswerten Anzahl von Lesern garantiert den Magen umstlpen. Wenn also an Hubbards Behauptung etwas dran ist, dann sollte man das ruhig mal untersuchen. Ich bin sicher, daá sich jede Menge Freiwillige datr finden lieáen. Wer wrde sich die Gelegenheit entgehen lassen, derart potente Prosa lesen zu drfen? Eine Migr„ne, eine Erk„ltung oder die Verweigerung der letzten Olung w„ren dafr ein geringer Preis. Das ist nicht frivol gemeint. Wenn es Worte gibt, die Ubelkeit und Erbrechen ausl”sen k”nnen: auf welche Weise beeinflussen sie die Brechzentren im Hypothalamus? Oder will Mr. Hubbard mit dieser Behauptung seinen Anh„ngern lediglich ein Gefhl der Wichtigkeit geben - und eine Rechtfertigung fr ihre berh”hten Honorare? Nur ein Test kann uns darauf die Antwort geben. Wenn die Scientologen weiterhin darauf beharren, sich selbst zu isolieren und ihr Material denjenigen vorzuenthalten, die es aufgrund ihrer Qualifikation am ehesten prfen und anwenden k”nnten, dann kann es ihnen durchaus passieren, daá man sie einfach links liegen l„át. Mr. Hubbard sagt, er m”chte, daá seine Entdeckungen anerkannt werden. Na gut, soll er doch seine vertraulichen Unterlagen gratis und ohne Bedingungen qualifizierten Leuten aus anderen Bereichen vorlegen. Er 19 sagt, er verfge ber den Weg zur Freiheit. Andere sind schon seit langem auf diesem Weg. Bei der Schriftstellerkonferenz von Edinburgh im Jahre 1962 pr„gte Alex Trocchi den Begriff "Astronauts of Inner Space". Diesen Astronauts of Inner Space sollte Mr. Hubbard seine vertraulichen Unterlagen einmal zeigen: Alex Trocchi, Brion Gysin, Allen Ginsberg, Timothy Leary; Anthropologen wie Castaneda; Schamanen wie Don Juan. Vorlegen sollte er sein Material auch Mathematikern, ComputerFachleuten, Biologen und Virologen, Sprachwissenschaftlern wie Marshall McLuhan und Noam Chomsky. Und denen, die auf der Straáe fr die Freiheit gek„mpft haben: Eldridge Cleaver, Stokely Carmichael, Abbie Hoffman, Dick Gregory und die Veteranen von Chicago, Paris und Mexico City. Gerade die jungen Leute haben ein Recht darauf, seine Unterlagen einzusehen. Soll er doch ein Center einrichten und seine Materialien und Processing-Methoden gratis und ohne irgendwelche Einschr„nkungen allen unter 35 zug„nglich machen. Wenn er wirklich ber das verfgt, was er vorgibt, dann drfte das Ergebnis umw„lzend sein. Und die mas senhafte Anwendung anderer Techniken, die heute verfgbar sind, drf te noch viel interessantere Ergebnisse zeitigen. In meinem Buch THE JOB beschreibe ich die Experimente von Dr. Neal E. Miller, der Ratten darauf trainiert hat, ihren Blutdruck und Puls zu senken, ihre Verdauungst„tigkeit, ihr Atmen und ihre Hirnwellen zu kontrollieren. Seine Ratten lernten in einer Stunde, wozu Yogis 20 Jahre brauchen. Und was Ratten k”nnen, das kann der Mensch erst recht, wie anschlieáende Versuche mit Menschen erwiesen haben. Zitat aus TIME, 18. Juli 1969, Seite 59: ,,Durch das cerebrospinale Nervensystem vermag das Gehirn einen erheblichen Teil der K”rperfunktionen zu beherrschen (Gehen, Sprechen, usw.). Die Funktionen der Drsen und der Verdauung dagegen, gesteuert vom sogenannten autonomen Nervensystem, werden seit langem als unbeeinfluábar angesehen. Mittlerweile haben jedoch Experimentalpsychologen nachgewiesen, daá eine bewuáte Einfluánahme auf das autonome Nervensystem 20 m”glich ist. Die Ergebnisse dieser Experimente scheinen die von der modernen Wissenschaft so lange bel„chelte Theorie vom iGeist, der ber die Materie herrscht'zu untermauern. 'Man ist dabei, altgewohnte Vorstellungen wie etwa den Dualismus von Geist und K”rper neu zu berdenken', sagt Dr. Bernard Engel vom National Institute of Child Health in Baltimore. Engel ist durch seine Arbeit auf dem Gebiet des 'automatic shaping' in der Lage, Herzschlag und -rhythmus zu ver„ndern und damit unregel m„áige Herzmuskelt„tigkeit und hohen Blutdruck auszugleichen. Andere Forscher haben nachgewiesen, daá der Mensch nicht nur lernen kann, seinen Blutdruck zu requlieren, sondern auch den Grad der Schweiáab sonderung, die Peristaltik der Ged„rme, und seine Hirnwellen. Damit er”ffnen sich atemberaubende Aussichten. Dr. Joe Kamiya vom Langley Porter Neurological Institute in San Francisco, der die bewuáte Steuerung von Hirnwellen untersucht hat, sieht eine Zeit kommen, wo der Mensch 'ber ein inneres Vokabular verfgen wird, eine Sprache, mit der er effektiver und vollst„ndiger seine inneren Vorg„nge beschreiben kann. Mit der Zeit werden wir in der Lage sein, anhand von Angaben ber unsere Hirnwellen, unseren Blutdruck usw. uns flieáend ber unsere seelischen und gefhism„áigen Zust„nde zu unterhalten.' In einem Test bewiesen acht von zehn Versuchspersonen die F„higkeit, Hirnwellen nach Wunsch zu aktivieren oder zu unterdrcken. Dr. Peter Lang hat durch die Methode des 'automatic learning'erreicht, daá der Herzschlag kontrollierbar wird. Die Versuchsperson erlangt, nach den Worten von Dr. Lang, die'F„higkeit, ihr Herz selbst zu steuern'. Der Mensch kann sich die F„higkeit erwerben, seine inneren Vorg„nge zu kontrollieren: Schlaflosigkeit zu beseitigen, Verdauungst„tigkeit zu regulieren, sexuelle Erlebnisf„higkeit zu steigern'. Aber Dr. Neal Miller vom Rockefeller Institute r„t zur Zurckhaltung: 'Die Frage ist jetzt, ob sich diese Vorg„nge wirksam genug steuern lassen, Das wissen wir noch nicht.'" Nun gut, finden wirs eben heraus. Trainieren wir eben Leute im Flieábandverfahren, ihre Hirnwellen und K”rperfunktionen zu kontrollieren. 21 Das k”nnte zur Beherrschung s„mtlicher Stimmungslagen fhren: Man kann auf jeden Trip abfahren, den man wnscht - ohne Drogen. Die Behandlungsmethoden von Psychiatrie und Scientology beruhen gleichermaáen auf der Annahme, daá ein Konflikt seine Wirkung verliert, sobald er bewuát gemacht wird. Sicher, er wird seine Wirkung vorbergehend verlieren. Der Effekt dieser Methode erinnert an jemand, der einen endiosen Zaun flickt, wobei der Zaun hinter ihm immer wieder umf„llt. Anstatt sich also auf die Hirnwellen zu konzentrieren, die bei Konfliktzust„nden zu beobachten sind, sollte man sich vielleicht eher auf die Hirnwellen konzentrieren, die mit einem ruhigen und ausgeglichenen Zustand verbunden sind. Millionen von Menschen, die Alpha-Hirnwellen aussenden, und die ganze Scene wird cool. Also: warum in die Richtung gehen, wo der Trouble ist, und nicht vielmehr in die Richtung, wo der Trouble nicht ist? Es ist an der Zeit, die Bio-Elektronik der Hirnfunktionen unter die Lupe zu nehmen und die Konflikt-Erreger auszuschalten. Castaneda hat in seinem Buch THE TEACHINGS OF DON JUAN Halluzinogen- Drogen von verheerender Wirkung beschrieben; Drogen, die der heutigen Wissenschaft unbekannt sind. Diese Drogen sollten erforscht und zug„nglich gemacht werden. Unvorstellbare M”glichkeiten der Bewuátseinserweiterung sind heute bereits mit Hilfe existierender Techniken gegeben. Errichten wir ein Center, wo all diese Techniken zusammengefaát und M”glichkeiten ihrer Kombination erforscht werden. Laát uns den Inner Space erkunden und vermessen. Dein Inner Space geh”rt dir. Es ist an der Zeit, daá du forderst, was dir geh”rt. Und jeder, der behauptet, Kenntnisse ber den Inner Space zu besitzen, soll ”ffentlich vorzeigen, was er zu bieten hat. Alpha-Wellen begleiten Zust„nde des Schlafs, des Traums, Zust„nde geistiger und emotionaler Ruhe und Entspannung. Kontrolle ber Hirnwel- 22 len ist ke ne Privatangelegenheit. Laát uns also Alpha-Festivals abhalten, wo sich 400 000 Hirne zusammenfinden und Alpha-Wellen aussenden. Zahlreiche weitere Hirnwellen k”nnen herausgefiltert und Leute darauf trainiert werden, sie auszusenden. Sucht euch eine Welle raus, die euch liegt, und sendet sie aus. Wellen fr epileptische Anf„lle, falls ihr auf epileptischen Anf„llen steht. Und die immer popul„ren Sex-Wellen. Sendet Pot-Wellen aus und macht die Typen vom Rauschgiftdezernat arbeitslos. Das Woodstock- Festivel hat ein neues Massenbewuátsein angekndigt. Ein solches Bewuátsein, verbunden mit massenhafter Ausstrahlung von Hirnwellen, kann eine weitreichende Wirkung haben: Uberall legen Leute ihr Geld zusammen und kaufen sich einen Elektroenzephalographen. Bastler machen sich das Ding selber. Ganze St„dte werden schl„frig und vertr„umt unter dem Einfluá von Alpha-Wellen. Sexwellen-Orgien branden um den Erdball. Oder epileptische Anf„lle, deren Aura schon Meilen entfernt sprbar ist; Pferde schlagen aus, Hunde heulen. Pop-Festivals mit Rock'n Roll Hirnwellen. Peace-Love-&-Beauty Hirnwellen berw„ltigen die Bullen. Sie schmeiáen ihre Knarren weg; ein Blizzard von sálicher Friedfertigkeit staut sich in ihnen und will heraus. Der Pr„sident ruft einen nationalen Alpha-Tag aus. Die ESP-Wellen (auáersinnliche Wahrnehmung) sind dingfest gemacht worden. Massenhafte Telepathie bricht aus. Sucht euch eine Welle aus. 23 THE EAST VILLAGE OTHER, Vol. 5, Nr. 31 (7. Juli 1970) VORWORT: Vor drei Monaten hat William Burroughs (bekannt als Autor von NAKED LUNCH, THE TICKET THAT EXPLODED und zuletzt THE JOB) eine Kontroverse ausgel”st mit einem Artikel, in dem er sowohl die Psychiater als auch die in einer „hnlichen Branche t„tigen Scientologen angriff. Die Auseinandersetzung begann in der Zeitung RAT und setzte sich fort in der LOS ANGELES FREE PRESS. Wir vom EAST VILLAGE OTHER sind stolz darauf, hier einen dritten Artikel ver”ffentlichen zu k”nnen - eine weitere Attacke auf die rechtsreaktion„re Mentalit„t, die das amerikanische Gesundheitswesen beherrscht. Nach Mr. Burroughs' Ansicht findet das, was an unserem politischen System faul ist, seine genaue Entsprechung bei den Halbg”ttern in Weiá, die die geistigen und seelischen St”rungen von Millionen Amerikanern zurecht trimmen und wieder kanalisieren in die Zw„nge eines Sys.rns, das selbst schon reichlich krank ist. Der folgende Artikel ist Mr. Burroughs' abschlieáende Antwort an seine Kritiker und an Mister Gorden Mustain, der ihn wegen seiner Stellungnahme zur Scientology in der L.A. FREE PRESS attackierte. In seinem Artikel stellt er die unausweichliche Frage, die wir alle uns stellen mssen, gleichgltig, ob wir mit unserer T„tigkeit eine ”ffentliche Funktion ausben oder nicht: ,,Wir m”chten von Mr. Hubbard und seinen Scientologen wissen: wie steht ihr zum Vietnamkrieg, zur sexuellen Freiheit, zu den militanten Studenten, zur Black Power, zu Marihuana, Rotchina, und zur Politik der Amerikanischen Rauschgiftbeh”rde und der CIA. Wenn es heute zu einer Revolution k„me: auf welcher Seite wrdet ihr k„mpfen?" 24 William Burroughs: Offener Brief an Mister Gorden Mustain Zun„chst m”chte ich Mr. Mustain daran erinnern, daá wir noch nicht per Du miteinander sind, und vielleicht ist er so freundlich und h”rt auf, mich mit 'Bill' anzureden, w„hrend er gleichzeitig in meinem Artikel nach Beweisen von Dummheit sucht. Einen Beweis von Dummheit sieht Mr. Mustain darin, daá ich Mr. Hubbard mit politischen Ansichten identifiziere, die in FREEDOM SCIENTOLOGY enthalten sind. Mr. Hubbard begrndete die Scientology. Mr. Hubbard machte sie zu dem, was sie heute ist. Mr. Hubbard pr„gte den Begriff Scientology.*) Wenn ich so etwas wie DAS BURROUGHS-INSTITUT gegrndet h„tte, wrde ich mich ganz sch”n schwer tun, mich da wieder herauszuwinden... Mr. Mustain wird mir doch sicherlich zugeben, daá Mr. Hubbard innerhalb der Scientology-Organisation ein betr„chtliches Ansehen genieát. Ist es dann etwa ein Zeichen von Durnmheit, wenn man Mr. Hubbard zumindest stillschweigende Ubereinstimmung mit den in FREEDOM SCIENTOLOGY ge„uáerten Ansichten unterstellt? Oder will uns Mr. Mustain etwa glauben machen, jene Artikel und Karikaturen seien trotz heftiger Proteste von seiten Mr. Hubbards einfach von Ausgabe zu Ausgabe weiter erschienen? Oder Mr. Hubbard habe nicht die geringste Ahnung gehabt von dem, was da in einer Zeitung erscheint, die in St. Hill - dem Zentrum der weltweiten Scientoloy-Organisation - gedruckt wird? - Und was da drinstand, waren reaktion„rste Parolen a la John Birch. Also: da sehen wir z.B. einen Psychiater mit Ziegenbart, der Hammer und Sichel schwenkt, und darauf ist eingraviert 'Liebesgráe aus Ruá- *) Korrektur: Er klaute den Begriff von einem gewissen Asturios Nordenholz, und zwar aus dem Titel von dessen Schrift "Scientologie-Wissenschaft von der Beschaffenheit und der Tauglichkeit des Wissens" (Mnchen, 1934). 25 land'. Das liegt genau auf der Linie von John Birch und seiner Zeitung 'The Minuteman': Psychiater als kommunistische Agenten. Ich mache mir das nicht zu eigen, Ich bin der Ansicht, die Psychiater hierzulande werden wie jede andere reaktion„re Gruppe das amerikanische Establishment untersttzen. In England werden sie das englische Establishment untersttzen und in Ruáland das russische. Sie sind Diener des Establishments, das sie hervorgebracht hat. Attackiert aber nun FREEDOM SCIENTOLOGY etwa das amerikanische Establishment? Nein. Da ist die Rede von Anstand, Moral, Kirche, Heim und Herd, Familie, und von den b”sen gottlosen Praktiken der Subversion. Nichts, woran ein Wallace-W„hler etwas auszusetzen f„nde. Aber sehr viel, was von der radikalen Linken mit ziemlicher Sch„rfe in Frage gestellt wird. Fragen dieser Art wurden mir von meinen Lesern gestellt und waren der Anlaá zu dem Artikel, der hier zur Debette steht. Wenn Mr. Hubbard nicht verantwortlich ist fr das, was in FREEDOM SCIENTOLOGY steht, dann kann er sich doch auf jeden Fall nicht vor der Verantwortung drcken fr das, was er seibst in seinen Bchern schreibt. In 'Science of Survival' spricht er dr„uend von den perfiden und hinterh„ltigen Praktiken der Subversion und von jenen gottlosen Menschen, die am liebsten die Kirche, das traute Heim und die Familie mit freier Liebe und Atheismus unterminieren wrden. Haus und Herd, Kirche und Familie sind fr ihn heilige Gter. Polizisten, sagt uns Mr. Hubbard, sind 'fr gew”hnlich vernnftige Menschen...' (Ich frage mich, ob Mr. Hubbard schon einmal mit angesehen hat, wie 8 dieser vernnftigen Menschen mit entsicherten Knarren einen Zen Hippie hopps genommen haben, der sich gerade seine makrobiotische Mahlzeit zubereitete). Und die Reichen hat er besonders ins Herz geschlossen...'Ein guter Teil von ihnen sind die tragenden S„ulen dieser Gesellschaft...' (Damit haben Sie allerdings recht, Mr. Hubbard)...'Amerikas Industriegiganten verdienen es, an der Spitze zu sein. Dies sind die M„nner, auf die Gott sein Licht scheinen l„át...' 26 Die Message meines Artikels ist klar: Finde heraus, wer deine Freunde sind, und wer nicht. Ihr Scientologen sagt, ihr glaubt an totale Freiheit. Sind Amerikas Industriegiganten, sind die Wallace-Typen etwa Freunde von totaler Freiheit? Wer sind die Freunde der Freiheit? Diejenigen, die fr die Freiheit k„mpfen: die militante Linke. Und dann l„át sich Mr. Mustain zu einer ausgedehnten Denunzierung der Psychiater hinreiáen. Jeder Scientologe, der auf meinen Artikel reagiert, reitet st„ndig auf der Psychiatrie herum, als sei mein Artikel eine leidenschaftliche Verteidigung dieses dubiosen Berufsstandes gewesen. Ich habe immer wieder gesagt: 9 von 10 Psychiatern sollte man sofort zu Veterin„r„rzten degradieren. Und rasier dir diesen Ziegenbart ab, wenn du bei den Leuten hier popul„r sein willst. Ja ich bin im Bilde ber psychiatrische Zwangseinweisung als Mittel zur Unterdrckung politisch miáliebiger Leute. Wir haben das bereits in Ruáland und Deutschland erlebt. Ich bin ein entschiedener Gegner von Schocktherapie und Trepanation. Die meisten unserer sogenannten Heilanstalten sind niehts weiter als Konzentrationslager und machen auch gar keinen Versuch, einen anderen Anschein zu erwecken. Also darauf brauchen wir nicht l„nger herumzureiten. Der entscheidende Punkt ist: Psychiater sind Diener des Establishments. Wer steht hinter deinem Psychiater mit dem Totenkopf und der Sense in der Hand? Wer gibt die Befehle in diesem Scheiáhaus? Die Industriegiganten von Amerka-'die tragenden S„ulen dieser Geselischaft'. Denen geh”rt der Laden. Sie geben den Pigs und den Rauschgiftbullen, den Politikern, Psychiatern und Zeitungsleuten ihre Befehle. Und einige von ihnen verstehen es ganz gut, sich im Hinterprund zu halten. Wenn einer reich ist, hat er es leicht, sich unsichtbar zu machen. Und ihre Kontrolle wird von Tag zu Tag massiver. Sie k”nnen ohne weiteres einen Schriftsteller auf dem Markt blockieren, 27 wenn ihnen seine Ansichten nicht in den Kram passen: es erscheinen ein fach keine Besprechungen in den Sonntagszeitungen und Nachrichtenmagazinen. Wenn die Massenmedien keine Besprechungen bringen, bleibt dem Schriftsteller nur noch die Undergroundpresse. Und wie lange wrde es wohl unter Wallace oder seinesgleichen eine Undergroundpresse geben?... Schriftsteller sollten sich im klaren sein, was ihnen in dieser Beziehung blhen kann (keine Besprechungen usw.). Ich habe es am eigenen Leibe zu spren bekommen. Mein letztes Buch, THE JOB, ist gerade in England herausgekommen. Keine Besprechungen in den Sonntagszeitungen, nirgendwo auch nur eine einzige Besprechung. Und was den Buchhandel angeht: Kettenl„den k”nnen jeden Titel ablehnen, der ihnen nicht in den Kram paGt. Brion Gysin hat mit seinem Buch THE PROCESS das gieiche erlebt. Die Tatsache, daá Tausende von Leuten sein Buch ganz gerne lesen wrden, ist bedeutungslos, wenn sie nie etwas davon erfahren und wenn sie es in den Buchhandlungen nicht bekommen k”nnen. In meinem Buch THE JOB ist viel von Scientology die Rede und das meiste davon ist positiv. Ich sage dort, daá sich jeder, der informiert sein will, damit vertraut machen sollte. Nun, wenn jemand sagen wrde, jeder gut informierte Mensch sollte meine Bcher gelesen haben, dann wrde ich das als Empfehlung auffassen-Sie nicht? Finden Sie heraus, wer Ihre Freunde sind. Sind die Leute, die THE JOB vom englischen Markt fernhalten, Ihre Freunde? Sind die Industriegiganten von Amerika Ihre Freunde? Ich glaube nicht, daá es je einen Planeten gegeben hat, der sich eine derart widerw„rtige Bande von Drecks„cken ins Nest legen lieá wie die Industriegiganten von Amerika...verzehrt von geilem Hunger nach Rohstoffen und mit dem raffgierigen Leuchten des Monopolkapitals in den Augen. Ihr Scientologen seid schnell bei der Hand, einen zur 'Suppressiven Person' zu erkl„ren...Genau so sind diese TYpen dahin gekommen, wo sie heute sind-indem sie andere unterdrckt haben. 28 Wenn Mr. Mustain hier angebliche Beweise von Dummheit ins Feld fhrt, dann zeigt er damit, er nicht merkt, was l„uft. Auáerdem gibt er mir zu bedenken, daá meine Argumente'eher dem Chefbrokraten der Pure Food and Drugs Administration anstehen wrden, als einem Schriftsteller und Denker deines Kalibers...'Glaubt Mr. Mustain allen Ernstes, ich wrde mich fr die Pure Food and Drug Pigs stark machen, die EMeter und Orgon-Akkumulatoren konfiszieren? Und die Wilhelm Reichs Bcher verbrennen und seine Forschungsergebnisse der ™ffentlichkeit vorenthalten? Nun, ich glaube nicht alles, was der Maharishi sagt, aber ich wrde sein Recht, es weiterhin sagen zu drfen, verteidigen-vielleicht nicht gerade unter Einsatz meines Lebens, aber doch wenigstens in der Form, daá ich eine Petition unterzeichne. Ich wrde sogar soweit gehen, Freudsche Psychoanalyse unter Erwachsenen zuzulassen-falls es freiwillig geschieht. Jeder hat ein Recht darauf, seinen Kram machen zu drfen. Das ist der Standpunkt der liberalen Linken. Die Gegenseite ist da ganz anderer Meinung. Die k”nnten sehr wohl die praktischen Methoden der Scientology als Mittel zur Kontrolle und lUnterdrckung einsetzen. Und gleichzeitig sollen sie jedem erlauben, die Kenntnis dieser Methoden als Mittel zur Befreiung weiter zu verbreiten? So nalv k”nnen Sie nicht sein, Mr. Mustain. Mit Befreiung haben diese Leute nichts im Sinn. Finden Sie also heraus, wer Ihre Freunde sind, und sagen Sie uns, wo Sie stehen... Ja, Sie glauben an die Freiheit und daran, daá vernnftige aufgekl„rte Menschen eine vernnftige aufgekl„rte Welt schaffen werden...das ist mir zu vage. Wir m”chten von Mr. Hubbard und seinen Scientologen wissen: wie steht ihr zum Vietnamkrieg, zur sexuellen Freiheit, zu den militanten Studenten, zur Black Power, zu Marihuana, Rotchina, und zur Politik der Amerikanischen Rauschgiftbeh”rde und der CIA. 29 Wenn es heute zu einer Revolution k„me: auf welcher Seite wrdet ihr k„mpfen? In THE JOB mache ich meinen Standpunkt zu all diesen Fragen klar. Wir erleben heute eine Reaktion auf eine weltweite Rebellion, und es ist die gleiche Reaktion, die 1848 die liberalen Befreiungsbewegungen erstickt hat. Die Revolution„re von heute wrden gut daran tun, die Fehler von Garibaldi und Bolivar zu vermeiden...(Hier ist was fr Sie, Mr. Mustain: Mr. Hubbard hat in einem seiner Bulletins eine sehr genaue Analyse von Bolivars Fehlern vorgelegt. Das sollte man in der Undergroundpresse einmal nachdrucken. Und hier ist eine Empfehlung fr den E-Meter: fr jemand der gelernt hat damit umzugehen ist er ein unfehlbarer Lgendetektor und k”nnte dazu verwendet werden, Spitzel zu entdecken und auszuschalten...Da haben wir den ClA-Mann in einem Dschungel-Camp ...er h„lt die beiden Detektor-Dosen in der Hand und f„ngt an zu schwitzen. Zwei Guerillas mit MP's stehen daneben...,,Sind Sie von der CIA? "...die Nadel schl„gt aus..."Na was hat das wohl zu bedeuten?"...) Es geht hier um eine Revolution, und dielenigen, die zwischen den Fronten stehen, kriegen solange auf die Zehen getreten, bis es keine Neutralen mehr gibt. Wie kann ich neutral sein, wenn Wallace sagt, er werde mit "Hippies, Anarchisten und parteilichen Schreibern" aufr„umen? Fr mich ist es eine Frage des Uberlebens, und fr viele andere Schriftsteller auch, denke ich. Niemand kann eigentlich zu diesem Zeitpunkt noch neutral sein, und in Wirklichkeit ist es auch niemand. Es ist die Frage des Uberlebens. Jeder muá sich fragen, mit wem oder was er zusammen berleben will und wer seine Verbndeten sind. Und wenn Wallace oder ein „hnliches Kaliber an die Macht kommt, oder wenn die Milit„rs die Macht bernehmen, wird sich jeder fragen mssen: unter welchen Bedingungen will ich berleben? Was werde ich tun, um zu berleben? Werde ich ein Spitzel, ein Schnffler frs Rauschgiftdezernat, ein Kollaborateur? Werde ich vor Stalins Augen einen russischen 30 Volkstanz abriehen? (Chruschtschow hat es getan...) Werde ich in England um Asyl bitten als der neue Henry James, oder vielleicht nur als Klatschkolumnist fr den Queen Margaret Set? Werde ich mich in Amerika vor die Fernsehkameras stellen, mit einer leidenschaftlichen Aufforderung an all die jungen Leute, die sich jemals von meinen Bchern inspirieren lieáen: Bitte meidet die Verlockungen von Moskau und Peking und die unheilvollen Doktrinen unbelehrbarer Querk”pfe und Freaks und benehmt euch wie anst„ndige Amerikaner? Leute in Deutschland und Ruáland muáten sich solchen Fragen stellen. Die Scientologen sagen, sie seien keiner politischen Richtung oder Partei verbunden; sie wollten nur versuchen, eine bessere We't zu schaffen... Woher nehmen sie die Zuversicht, daá sie das auch unter einer faschistischen Regierung tun k”nnten? Ich habe meinen politischen Standort in THE JOB und anderen Ver”ffentlichungen ganz klar umrissen. In dem Artikel, auf den sich Mr. Mustain bezieht, fordere ich die Scientologen auf, das gleiche zu tun. WILLIAM BURROUGHS: ANMERKUNGEN ZU "INSIDE SCIENTOLOGY" VON ROBERT KAUFMAN. (ROLLING STONE Nr. 121, 9. November 1972) Die h”here Ebene des Scientology-Processing unterliegt dem Geheimhaltungsgrad 'VERTRAULICH', d.h. nur diejenigen drfen dieses Material einsehen und damit arbeiten, die zuvor die Unterkurse absolviert, die Sicherheits-Checks bestanden und die erheblichen Kursgebhren entrichtet haben. Žuáerst drastische Strafen werden gegen jeden verh„ngt, der 31 diese Materialien anderen zug„nglich macht. Mr. Kaufman hat wirklichen Mut bewiesen, indem er Hubbards sogenannte vertrauliche Materialien nun in seinem Buch INSIDE SCIENTOLOGY erstmals veroltentlicht hat. Also treten Sie n„her und werfen Sie einen Blick darauf: Fr so etwas bezahlen Scientologen 10 000 Dollar, nur zum Sehen. Im MAYFAIR MAGAZINE (London) habe ich Hubbard aufgefordert, seine geheimen Materialien herauszurcken und sie kompetenten Forschern auf anderen Gebieten zug„nglich zu machen; auáerdem solle er sie unter Studenten an den Universit„ten zirkulieren lassen. Ich wurde als Verr„ter gebrandmarkt, und meine Herausforderung blieb natrlich unbeachtet. Offenbar hat er einen finanziellen Vorteil davon, wenn er sein Material unter Verschluá beh„lt. Denn wer wrde sonst dafr bezahlen, es einsehen zu drfen? Hubbard behauptet, der bloáe Anblick dieser gef„hrlichen Materialien genge, um einen WOG krank zu machen oder ihn in den Wahnsinn zu treiben. (WOG ist sein bezeichnendes Etikett fr jeden Nicht-Scientologen. Ein WOG, so sagt er uns, ist ein Wrdiger Orientalischer Gentleman - mit anderen Worten: ein stopider Untermensch-, und damit kann man schlieálich nie schief liegen, was? V”llig menschlich. Er selbst, sagt er, stamme nicht von diesem Planeten; aber er versichert uns, daá er hier nur die besten Absichten verfolge.) Nun, einige WOGS haben den Verdacht ge„uáert, daá hier finanzielle Hintergedanken im Spiel sind...aber er mochte ja nur, daá niemand krank wird. Denn sehen Sie mal, wenn ein WOG auch nur einen flchtigen Blick auf das geheime Material wirft, kriegt er auf der Stelle eine galoppierende Blinddarmentzndung... Na sch”n. Wir werden ja sehen, wieviele WOGS von der Lektre des Materials krank werden, jetzt da es in diesem Buch vorliegt. Und ich bin sicher, Hubbard wird mit Erleichterung feststellen, daá eben keine nachteiligen Wirkungen auftreten. Er kann also getrost seine Materialien in gr”átm”glichem Umfang publik machen und fortfahren in der groáen 32 Aufgabe, den Planeten 'klar'zu machen. Und wie anders sollte das zu bewerkstelligen sein, wenn nicht dadurch, daá man den Clearing-Kurs und den O.T.-Kurs Millionen von Menschen zug„nglich macht? Soll er ihn doch im Fernsehen vorfhren und in s„mtlichen Zeitungen ver”ffentlichen. Der Weg zur weltweiten Verbreitung dieses Wissens steht jetzt offen. Hubbard besteht darauf, daá Scientology funktioniert. Nun, es l”st in der Tat gewisse Wirkungen aus, wie auch dieses Buch beweist. Folgendes kann zum Beispiel passieren, wenn man ein 'Engram' durchlaufen l„át:*) ,,Man kann einem Pre-Clear (d.h. einem, der das Processing noch nicht durchlaufen hat) beinahe das Rckgrat brechen, wenn man ihn auffordert, den 'tractor' (eine Art Zentrifugalkraft) um seinen K”rper zu kontaktieren und gleichzeitig den 'pressor' (Druck) auf sein Rckgrat abzuschalten." ,,lch war in einer Gef„ngniszelle. Eine Schlinge wurde mir um den Hals gelegt. Ich w„lzte mich auf dem Boden, die Detektor-Dosen immer noch in der Hand, und schnappte nach Luft. Mein Kopf wurde von derart heftigen Zuckungen hin- und hergerissen, daá ich das Gefhl hatte, er wrde mir vom Rumpf gerissen." Jede Prozedur, die derart drastische Wirkungen hervorruft, sollte ernsthaft untersucht werden. Aber der volle Zugang zur Scientology wird so gut wie unm”glich gemacht durch die Bedingungen, denen man sich unterwerfen muá, wenn man sich damit n„her befassen will. Ich will einmal kurz schildern, wie unser Alltag in St. Hill (Scientology-Center in *) Ein 'Engram' ist im Fachjargon der Scientologen ein k”rperlicher oder seelischer Schmerz, der ins Unterbewuátsein abgesunken ist - da er ursprnglich nicht bewuát wahrgenommen wurde (z.B. unter Narkose w„hrend einer Operation) -, der aber jederzeit wieder aktiv werden kann, wenn „hnliche Begleit umst„nde gegeben sind wie bei dem originalen Ereignis. Das Processing eines Engrams besteht darin, daá man es 'durchlaufen' l„át bis es 'flat' (flach) ist und seine Wirkung verloren hat. 33 der N„he von London) aussah: Ich wohnte zusammen mit sieben Scientologen in einem Landhaus, und beim Frhstck verbreiteten sich die weiblichen Mitglieder regelm„áig ber irgendwelche 'Erscheinungen' und kaum verhllten sexuellen Tr„ume von L. RON HUBBARD, wie junge Nonnen, die vom Herrn Jesus tr„umen; es gab ein Auto fr sieben Leute, und dieses eine Girl hielt uns st„ndig auf; es blieben uns gerade noch fnf Minuten, um die 5 Meilen nach St. Hill zu schaffen, sonst wrden wir zu sp„t zum Unterricht kommen, und man weiá ja was das bedeutet-wenn dir das zweimal hintereinander passiert, kriegst du einen dreckigen grauen Lumpen um den Arm gewickelt und kannst damit rumiaufen. Die Typen rasen also mit 100 Sachen die schmale Landstraáe entiang, sie sind zu d„mlich um Angst zu haben, RON wird schon auf uns aufpassen, sagen sie sich, und dann kommen wir mal wieder gerade noch rechtzeitig an, da ist der Kleiderst„nder, schon derart mit Klamotten vollgeh„ngt, daá er immer wieder umf„llt, mickrige ungemtliche Zimmer mit Karten und Bulletins und Bildern von RON an den W„nden, das ganze wirkt wie eine triste Volksschule. Mein 'Zwilling', wie man hier dazu sagt-also mein Partner w„hrend der Sitzung am E-Meter-ist eine nette Dame mittleren Alters aus Kali fornien. Nach meiner Sch„tzung hat sie bereits drei Ehem„nner unter die Erde gebracht und mit jedem Sarg ne viertel Million Plus gemacht. Sie hat einen 'high tone' Arm, und ich kriege den Ton nicht runter, krie ge keinen Zeigerausschlag beim Dating Drill. Mein Magen krampft sich zusammen, die Angst kriecht in mir hoch: es kann sein, daá ich wieder in die Mangel genommen werde und eine schauderhafte'Condition'auf erlegt bekomme. Der Aufseher latscht herum. Er bleibt hinter einem jungen M„dchen stehen: ,,Du bekommst fr die Dauer des Out Tech die Kondition der 'Belastung' auferlegt", er”ffnet er ihr. Sie geht heulend raus und begibt sich zur Abteilung Ethik. Und dann steht er hinter meinem Stuhi. ,,Du bist in einer Kondition der Gefahr", sagt er zu mir. (Auf gut deutsch: irgend etwas macht mich zu einer Gefahr fr den Laden...) 34 ,,Aha!", bellt ein finsterer Leutnant von der 'Sea Org', der zusammen mit einem weiblichen Ethik-Offizier an der Tr steht (Ich nenne sie die Alte Sau). "Alle Mann antreten zum Sicherheits-Check!" Als ich an der Reihe bin, nehme ich die beiden Dosen in die Hand. ,,lst St. Hill ein Ort, wo du dich sicher fahist? " ,,Ja, natrlich." ,,Da war eben ein Zeigerausschlag. Was meinst du wohl, was das bedeu ten k”nnte? " ,,Naja, wir sind hier umgeben von suPpressiVen Personen. Es macht mir Angst, wenn ich dran denke, daá st„ndig diese Teufel um uns herum sind." Ich hatte gelernt, schnell zu schalten... Ich erinnerte mich an jemand namens Polly Stathis; die hatte, zusam men mit acht weiteren 'kriminellen Elementen', das Clearing-Material an einen Psychiater verraten. RON lieá sie in seiner Zeitung THE AUDITOR alle zusammen fr 'VOGELFREI' erkl„ren. Das bedeutet: Sie haben keine Aussicht auf Amnestie. Jedes Mitglied der 'Sea Org', das mit ihnen Verbindung aufnimmt, muá sich einem R-2-45 unterziehen. Wenn sie jemals bei einer Org auftauchen, mssen sie sofort einem 'Um kehrverfahren' unterzogen werden. (Nach Angaben von RON kann man bei einem 'Umkehrverfahren' wahnsinnig werden.) Man darf sie reinlegen, belgen und fertigmachen. Sie sind vogelfrei. Ich erinnere mich an einen jungen Zen Hippie, der mitten in der Nacht aus dem Landhaus rausgeworfen wurde, weil er gesagt hatte, fr ihn sei Zen besser als Scientology. Ich erinnere mich an ein Bulletin: Jeder, der w„hrend des 'Auditing' Pot raucht, wird der Polizei bergeben...('Was ist denn das fr ein Spitzelverein', dachte ich, aber ich unterdrckte den Gedanken sofort.) Ich erinnere mich, wie ich an einem Wochenende nach ein paar Drinks einem, den ich fr einen Freund hielt, gewisse Zweifel an der Scientology anvertraute. "Das werden sie beim n„chsten Sicherheits-Check aus mir rausholen", 35 schluchzte er. ,,Warum gehst du nicht gleich zur Abteilung Ethik und machst ein volles Gest„ndnis..." Ich erinnere mich an eine finstere alte Fotze, die mich in eine Besen kammer zerrte (die Auditing-Zimmer waren mal wieder alle beffllt); sie setzte mich an den E-Meter und fragte: ,,Hast du gegenber L. RON HUBBARD irgendwelche unfreundlichen Gedanken?...Zeigerausschlag...Was meinst du wohl, was das be deuten k”nnte?" ,,Er ist so sch”n, daá ich ganz von ihm geblendet bin. Ich kann mir nicht helfen: manchmal bin ich richtig neidisch auf ihn..." Oder um es mit den Worten von Celine zu sagen: "W„hrend dieser gan zen Zeit sprte ich wie mich meine Selbstachtung immer mehr verlieá, bis sie schlieálich volikommen weg war-gewissermaáen offiziell be seitigt..." Wie ein Anthropologe, der nach unaussprechlichen Erniedrigungen schlieálich in einen Stamm von Wilden aufgenommen wird, bemhte ich mich hartn„ckig, am Ball zu bleiben und an die Groáe Medizin ran zukommen, selbst wenn ich dafr das Heilige Krokodil ficken máte. Ich suchte mir Verbndete und hielt sie mir warm, hatte sogar meinen Jungen bei der Abteilung Ethik (-womit ich sozusagen der Alten Sau einen reinwrgte..). Trotzdem wurde ich zu einem Joberg-Test befohlen, nachdem ich bei der Frage "Was máte geschehen, damit Scientology bei jedem funktio" niert? " ausgestiegen war (d.h. ich war unf„hig, mich der Frage zu stellen.) Der Joberg, der erstmals in "Inside Scientology" publik gemacht wird, besteht aus 104 Fragen ber jede Art von krimineller Handlung, die man sich vorstellen kann. ,,Hast du jemals eine Baby Farm betrieben?" Jede Frage muá solange behandelt werden bis der Betreffende 'sauber' ist, und dieser Joberg dauerte drei Wochen, weii es zu wenige Auditoren gab, um ihn an all den Kanditaten durchzufhren. Drei Wochen, in de nen man auf harten Sthlen in einem kleinen Wartezimmer hockte und Science-Fiction-Romane las; und man muáte st„ndig darauf vorbereitet sein, daá sich ein Spitzel mit breitem Grinsen an einen ranmachte und 36 fragte: ,,Was h„lst du von der neuen Attestation Order?" ,,lch bin sicher, RON weiá genau was er tut." Und es empfiehlt sich auch, jedesmal wenn man an einem Ethik-Offizier oder einem von der Sea Org vorbeikommt, mit unb„ndiger Begeisterung "Thank you Ron!" zu schreien. Wir, die wir uns fr'politische F„lle' hielten, achteten auf Distanz zu den gew”hnlichen Kriminellen und Fuckups. ('Die da war beim Auditing besoffen, und auáerdem ist sie die gr”áte Nervens„ge in der ganzen westlichen Hemisph„re..') Die Alte Sau von der Abteilung Ethik kommt immer mal wieder rein gelatscht und sagt: ,,lch hab geh”rt, ein paar von euch Typen haben ihre F„lle miteinander diskutiert und rumgen”rgelt." Einer der politischen F„lle-er geh”rt der 'Bewegung' schon seit 1945 an und hat miterlebt, wie all die alten Kameraden abges„gt wurden- erz„hlt mir, er sei nur da um zu beweisen, daá RON die Revolution ver raten habe. Diese gef„hrliche Mitwisserschaft entnervt mich restlos. Schon das bloáe Anh”ren einer solchen Žuáerung bedeutet, daá man es verschissen hat bis in die Eiszeit. Mittagspause. Die Kantine ist verdreckt, die Sandwiches sind naá und lapprig. Der Soft Drink Automat ist keputt und befindet sich gewissermaáen in einer 'Kondition der Belastung'. Ein klarer Fall fr die Abteilung Ethik. Mehrere Misset„ter, dreckig und unrasiert, graue Lumpen um die Arme gewickelt, gehen herum und bitten um Unterschriften fr ihre Petitionen, damit man sie wieder mitmachen l„át - und damit sie wieder ihr Geld loswerden k”nnen. ,,William Burroughs sofort zur Abteilung Ethik!" Sie wollen, daá ich mich von Mr. Bradly Mr. Martin trenne (einer Figur in meinen Romanen). Naja, der wurde sowieso langsam alt... Also mal wieder zurck zum Joberg... ,,Hast du jemals eine Leiche versteckt?" ,,Selbstverst„ndlich nicht." 37 ,,lch hab da aber einen Zeigerausschlag. Was meinst du wohl, was das bedeuten k”nnte?" Scharf und deutlich wie auf einer Filmieinwand sehe ich mich, wie ich in antiker Zeit irgendwo im Vorderen Orient in einer Gasse eine Leiche beiseite schaffe; ganz deutlich der Gestank dieser Gasse und das Gefhl einer anderen Zeit. ,,lch glaube, das ist 'Ganzspur'.." (d.h. etwas aus einem frheren Leben). ,,Hast du in diesem Leben jemals eine Leiche versteckt?" ,,Nein." ,,Die Spur ist sauber." Solche flchtigen Eindrcke - als wrde man ein Stck Film sehen - kommen beim Auditing immer wieder vor. Ich will nicht behaupten, daá man sich da an ein frheres Leben erinnert, aber irgend etwas kommt hoch. Als Schriftsteller schnappt man immer irgendwo etwas auf, und eine Anzahl von Szenen die ich sp„ter in meinem Buch "The Wild Boys" verwendet habe, sind mir bei Sitzungen am E-Meter gekommen. Sp„ter war ich dann imstande, ebensolche Ergebnisse zu erzielen, indem ich das Auditing an mir selbst durchfhrte. Nach dem Joberg und zwei weiteren Prfungen, die von mir verlangt wurden und die ich selbst bezahlen muáte, kam ich schlieálich nach Edinburgh zur Org fr Fortgeschrittene, wo ich den Clearing-Kurs absolvieren sollte. Ein bulliger ClA-Typ unterzog mich dem abschlieáenden Sicherheits-Check: ,,Hast du jemals pers”nliche Kontakte mit Kommunisten gehabt?" ,,Oh ja, mit ner ganzen Menge, und mit CIA-Leuten auch..." ,,Verbirgst du mir etwas?" ,,lch glaube nicht." ,,Zeigerausschlag.." Schlieálich muáte ich mit der Wahrheit heraus. ,,lch habe Magie angewandt gegen RON." ,,Was hat dich dazu veranlaát?" ,,Suppressive natrlich. Die wollten mich von RON weglotsen." 38 ,,Deine Nadel flieát." (d.h. die Aussage ist 'sauber') Der Clearing-Kurs besteht aus einer Reihe von widersprchlichen Feststellungen in Form von gegens„tzlichen Paaren, und das Durchlaufen dieser Prozedur verleiht eine gewisse Immunit„t gegenber kontradiktorischen Befehlen und Impulsen. Wenn man also gesagt bekommt "Mich erschaffen als Geist, damit ich Gott werde - Dich erschaffen als K”rper, damit du Tier wirst", dann sieht man den Betreffenden einfach nur noch an und sagt: ,,lch flieáe." Scientology ist im Prinzip ein Kontrollsystem. Es ist wie ein Staat mit eigenen Gerichten, einer eigenen Polizei, Strafen und Belohnungen. Es ist modelliert nach der Struktur einer verschworenen Gemeinschaft - genau wie die CIA, der Islam, die Mormonen, usw. Drinnen sind die, die im Besitz der Wahrheit sind und folglich immer recht haben - drauáen sind die Roten, die Abtrnnigen, die Ungl„ubigen, die Suppressiven Selten ist diese Formel mit derart vollendetem Affront in die Praxis umgesetzt worden. Es ist genauso als wrde man in einen Laden gehen, um sich einen Anzug zu kaufen, und der Verk„ufer sagt: 'Ich belege dich mit einer 'Kondition des Zweifels', und man muá die ganze Nacht im Lager arbeiten und mit einem grauen Lumpen am Arm herumiaufen und die ganze Belegschaft mit Bittgesuchen traktieren, damit man wieder Kunde sein und etwas kaufen darf... Und wie macht der Hubbard das? Mit dem E-Meter natrlich. Der E-Meter ist - unter anderem - in der Hand des Experten ein zuverl„ssiger Lgendetektor. Die CIA benutzt ebenfalls Lgendetektoren und unterzieht das gesamte Personal st„ndigen Sicherheits-Checks. Mit diesem simplen Ger„t kann sich also jede Organisation zu einem Gott machen, vor dem sich keine Tat und kein Gedanke verbergen l„át. Auáerdem ist der E-Meter ein Bio-Feedback Instrument, das einen schwachen Stromstoá durch das Gehirn schickt. Die st„ndig wiederholten Kommandos w„hrend des Auditing lenken das Bewuátsein des Betreffenden in bestimmte Regionen des Gehirns. Es handelt sich also um eine Art elektrische Stimulierung dieser Hirnreglonen. Das k”nnte eine Erkl„rung sein fr die pr„zisen Bilder und Bildfolgen, die man machmal beim Auditing sieht. 39 In Ruáland werden schon seit langem (und in Amerika seit einiger Zeit) telepathische Versuche durchgefhrt, und zwar mit „hnlichen Ger„ten. Die'fallende Nadel'-ein Anzeichen von Angst, Widerstand, Schuidgefhl, Scham-kann auch aus gr”áerer Entfernung ausgel”st werden: durch einen 'Sender', der Daten ber Personen oder Situationen ausstrahlt, auf die der Empf„nger (dessen Gedanken man steuern will) sehr stark negativ reagiert. Das Auditing kann also ber groáe Entfernungen hinweg auf telepathischem Wege durchgefhrt werden, und vielleicht ist es in der Tat so, daá RON euch alle an der Strippe hat... Man hat die Entdeckung gemacht, daá sich negative Gedankenimpulse ber gewisse Entfernungen hinweg senden lassen, sodaá der Empf„nger die Orientierung verliert oder gar bewuátlos wird. Diese Experimente sind beschrieben in einem Buch mit dem Titel PSYCHIC DISCOVERIES BEHIND THE IRON CURTAIN (deutsch PSI, von Ostrander/Schr”der, im Scherz Verlag). Wenn also RON einen miáliebigen Kandidaten zum Feind erkl„rt, lenkt er den Haá jedes Scientologen auf diese Person. Das mag durchaus eine sch„digende Wirkung auf den Betreffenden haben. Ich berlasse es dem Leser, ob er daraus den Schluá ziehen will, daá diese 'Magie' stark genug sein k”nnte, um z.B. einen Schwall von anonymen Briefen an die Polizei hervorzubringen - wie krzlich in London geschehen - woraufhin 30 000 Exemplare der Olympia-Press-Ausgabe von INSIDE SCIENTOLOGY in einem Londoner Auslieferungslager konfisziert wurden. Andere Briefe bewirkten, daá das Telefon des Verlegers - angeblich auf dessen eigenen Wunsch - abgestellt wurde. Und dann verschwand ein Stapel Manuskripte aus seiner Wohnung. Andere, die gegen Scientology Stellung bezogen haben oder die Organisation verlieáen, berichten von „hnlichen Vorf„llen. Es wird Zeit, daá sich die WOGS zusam ntun und gemeinsam gegen derartige Praktiken vorgehen. Die Ver”ffentlichung dieses Buches ist ein wichtiger Schritt in dieser Richtung. Mr. Kaufman sagt abschlieáend: "AII die verschiedenen 'Leistungsgrade' und 'Erkenntnisebenen' existieren natrlich nur in den K”pfen der Scientologen. Sie dienen RON nur als Test, mit dem er herausfindet, wie gut 40 gl„ubig der Pre-Clear ist. Und fr diesen dienen sie allein dazu, ihn immer tiefer in einen Zustand der Hypnose zu lotsen. Was der Kandidat bei den einzelnen Sitzungen an Fortschritten zu machen glaubt, ist v”llig unerheblich. Es ist jedenfalls nicht das, was die Zeigerausschl„ge am E- Meter verursacht. Die werden vielmehr verursacht von den kaltschn„uzigen, suggestiven Befehlen des Auditors, der sie mit einem einschmeichelnden Tonfall vorsagt und so den Zeiger hin- und hertanzen l„át wie den Schwanz eines Hundes, dem man ein paar freundliche Worte sagt." Es ist festzuhalten, daá Hubbard hierfr eine Technik entwickelt hat, die dringend von Nicht-Scientologen untersucht werden máte. Was er mit Hilfe des E-Meters entwickelt hat, ist geradezu ein Bio-Feedback System zur Gedankenkontrolle. 41 THE CHURCH OF SCIENTOLOGY The Hubbard Scientology Organisation WORLD WIDE Founder L. Ron Hubbard Saint Hill Manor, East Grinstead Sussex, England 5. Dezember 1972 An den Herausgeber ROLLING STONE 25, Newman Street LONDON Sehr geehrter Herr, In Ihrer Ausgabe vom 9. November 1972 (Nr. 121) bespricht William Burroughs auf den Seiten 46 & 47 das Buch INSIDE SCIENTOLOGY von Robert Kaufman. Dieses Buch ist Gegenstand eines Verfahrens wegen Beleidigung und bler Nachrede gewesen. Der Verlag Olympla Press wurde wegen Beleidigung und bler Nachrede verurteilt, und das Gericht ordnete an, daá s„mtliche Exemplare des Buchs eingezogen werden. Die n”rglerische Rezension von Herrn Burroughs ist nicht nur ermdend - sie ist irrefhrend. Beiliegend eine Liste dieser irrefhrenden Aussagen zusammen mit entsprechenden Berichtigungen, aus denen zu ersehen ist, daá Herr Burroughs vielleicht ein Schriftsteller sein mag - jedoch einer der es mit der Wahrheit nicht immer so genau nimmt. Eine Kopie des Schreibens geht an Herrn Burroughs. Mit freundlichen Gráen, R. Sorrell Church of Scientology. Anm.: Burroughs nimmt im folgenden Sorrells Berichtigungen im vollen Wortiaut auf, deshalb wurde auf den gesonderten Abdruck von Sorrells Schriftsatz verzichtet. 42 WILLIAM BURROUGHS Zu R. Sorrells 'Berichtigungen' meiner Rolling-Stone-Besprechung von Robert Kaufmans Buch INSIDE SCIENTOLOGY Wenn man sich diesen Schriftsatz durchliest, stellt sich sofort heraus, daá Herr (oder Frau, oder Fr„ulein) R. Sorrell und ich aneinander vorbeireden. Seine Redeweise ist die eines Angestellten einer Organisation, und als solcher muá er eben gewisse Dinge sagen und jederzeit einen Standpunkt vertreten, den ihm diese Organisation vorschreibt. Eine Organisation, die ber eine Flotille verfgt, ein Flaggschiff, Villen in Tanger, Landh„user in Sussex, Bros in verschiedenen Groást„dten auf der ganzen Welt, von Sdafrika bis Tokio. Eine Organisation, die nach Mr. Sorrells eigenen Angaben 5 Millionen Mitglieder hat. Eine Organisation, die Tausende von Angestellten besch„ftigt. Eine Organisation, die es sich aus Prestigegrnden leisten kann, 80 000 Englische Pfund zu verlieren bei einem Zivilprozeá, der auch mit noch so vielen Gebeten in der Scientology-Kapelle nicht zu gewinnen war.* Mr. Sorrell spricht fr diese Organisation. Ich spreche hier in meiner Zwei-Zimmer-Wohnung fr mich als Individuum, ohne Zugeh”rigkeit zu einer Organisation oder einer Religionsgemeinschaft. Daá wir also aneinander vorbeireden, ist leicht zu sehen: Punkt 1: Sicherheits-Checks. Sorrell: "Sicherheits-Checks werden seit 1968 nicht mehr durchgefhrt." Ich war 1968 in St. Hill, wie Mr. Sorrell sehr gut weiá. Und um diesen Zeitpunkt ging es in meiner Besprechung. Ist man etwa ungenau, wenn man in einem Buch ber das Jahr 1944 den Krieg erw„hnt? Nur weil es diesen Krieg seit 1945 nicht mehr gibt? Also: als ich in St. Hill war, wurden Sicherheits-Checks durchgefhrt. Und genau um diesen Zeitpunkt ging es. Nach 1968 bin ich nicht mehr in St. Hill gewesen. Im brigen: Die Tatsache, daá man etwas abgestellt hat, kann keine Entschuidigung dafr sein, daá man es zun„chst einmal praktiziert hat. *Das Urteil gegen den Verlag Olympia Press wurde von der Revisionsinstanz aufgehoben. 43 Punkt 2: Drastische Strafen. Sorrell: "Die drastischste Strafe, die verh„ngt wird, ist Exkommunikation - das ist das Recht jeder Gruppe oder Religionsgemeinschaft. Schwerere Strafen, wie Gef„ngnis oder Todesstrafe, bleiben immer noch den Regierungen vorbehalten." Ich rede von den Strafen, die 1968 verh„ngt wurden - zu dem Zeitpunkt, um den es in meinem Artikel ging - erinnern Sie sich? Ich erinnere mich, daá Polly Stathis fr vogelfrei erkl„rt wurde, Die Tatsache, daá Polly Stathis inzwischen rehabilitiert wurde und seither niemand mehr fr vogelfrei erkl„rt werden darf, macht aus meiner Aussage noch keine Falschmeldung. Punkt 3: 10 000 Dollar. Sorrell: "Wer mit dem Service nicht zufrieden ist, kann sein Geld wiederbekommen. Versuchen Sie mal, so eine Garantie von einem Psychiater zu bekommen." Habe ich denn das Gegenteil behauptet? Punkt 4: Materialien kompetenten Forschern auf anderen Gebieten zug„nglich machen. Sorrell: "Mr. Burroughs máte eigentlich wissen, daá es auf diesem Gebiet keine anderen kornpetenten Leute gibt. Das Eintrichtern von 'positiven', sozial 'erwnschten' Verhaltensnormen in 'dissoziale' Patienten, denen man das Hirn durch die Mangel dreht oder unter Strom setzt, ist heute eine tagt„gliche Realit„t. Leute, die das tun, k”nnen doch gewiá nicht seine 'Experten' sein." Gewiá nicht, Mr. Sorrell. Wie kommen Sie eigentlich darauf? ('Die Psychiater sind unsere FEINDE - Mr. Burroughs hat aber uns kritisiert - Deshalb muá er ein Freund der Psychiater sein' - ??) Ich erinnere mich, daá Mrs. Hubbard in ihrer Antwort auf meinen MayfairArtikel st„ndig nur was von Psychiatrie geschwafelt hat, als sei ich mit dem Vorsatz angetreten, diesen dubiosen Berufstand bis zum letzten Atemzug zu verteidigen. Ich habe damals gesagt: 'Nach meiner Meinung 44 sollten 90 Prozent der Leute, die den sogenannten Beruf eines Psychiaters ausben, sofort zu Veterin„r„rzten degradiert werden.' Also reichlich unwahrscheinlich, daá ich ausgerechnet solche Leute als meine Experten ins Feld fhren wrde, nicht? Die Experten, die ich heranziehen wrde, sind Leute, die mit Polygraphen arbeiten, mit Hirnwellen, elektrischer Hirnstimulation, Biofeedback und Feedback zwischen menschlichem Gehirn und Computer. Experten, die genau feststellen k”nnten, welche Art von Hirnwellen w„hrend des Auditing am E-Meter auftreten und was fr Ver„nderungen von Blutdruck, Herzschlag und Muskelentspannung zu beobachten sind. Und ferner: ob es Hirnwellen gibt, auf die der EMeter nicht reagiert. Experten also, die den Anwendungsbereich und die Grenzen disses Instruments definieren k”nnten- Dr. Grey Walter von der Neurological Foundation in Bristol; Dr. Joe Kamiya, der am Langley Porter Institute in San Francisco auf dem Gebiet des Bio-Feedback arbeitet; Dr. Barbara Brown, Leiterin der Abteilung 'Experimental Physiology' im Veterans Administration Hospital in Sepulveda/Kalilornien, und ebenfalls t„tig auf dem Gebiet des Bio-Feedback; Prof. Delgado, Grundlagenforscher auf dem Gebiet der elektrischen Hirnstimulierung. Punkt 5: Als Verr„ter gebrandmarkt. Sorrell: "Mr. Burroughs verschweigt, daá er nur nach St. Hill h„tte zurckkehren mssen, und die Anweisung w„re sofort aufgehoben worden." In diesem Punkt befinden sich sowohl Mr. Sorrell als auch ich im Irrtum. Die 'Kondition des Verrats' wurde mir nicht aufgrund meines Mayfair- Artikels auferlegt, sondern bereits vorher, sie wurde dann aufgehoben und meines Wissens nach Erscheinen des Artikels nicht erneut ausgesprochen. Wenn mir ein Irrtum unteriaufen ist, geniere ich mich nicht, ihn zuzugeben. Da ich keine Organisation bin, sondern ein einzelner Mensch, kann ich mir das auch leisten. Punkt 6: ...daá er einen finanziellen Vorteil davon hat... Sorrrell: "Die Scientology-Kirche ist eine Non-Profit-Organisation. 45 L. Ron Hubbard verdient daran kein Geld." Ich habe bereits einiges aufgefhrt, was dieser Kirche geh”rt. Mr. Hubbard kann ber Schiffe, Villen und Landh„user verfgen. Ich wage also zu behaupten, daá er mit dieser Non-Profit-Organisation durchaus Profit macht. Fr einen armen Schlucker lebt er jedenfalls auf groáem Fuá. Punkt 7: Wog. Sorrell: "Ein Ausdruck, der von unserer Kirche nicht verwendet wird Im brigen: auch alle Scientologen waren einmal Nicht-Scientologen. Der Ausdruck lieáe sich allerdings zutreffend auf einen Menschen wie Mr. Burroughs anwenden, dessen man gelnde Bereitschaft zur Aufrichtigkeit ihn dazu gebracht hat, eine Kirche zu bespitzeln." Ich habe Tonbandvortr„ge von Mr. Hubbard geh”rt, in denen er den Ausdruck 'Wog' benutzte. Ich habe ihn erkl„ren h”ren, die Abkrzung stehe fr 'Wrdiger Orientalischer Gentleman'. Ich habe Mitteilungsbl„tter gesehen, in denen von der 'Wog'-Welt und Ihren 'Wog'-Gesetzen die Rede ist. Bekanntlich wird der Ausdruck 'Wog'auf jeden angewandt, der keine weiáe Hauffarbe hat. Mr. Sorrell meint, der Ausdruck lieáe sich zutreffend auf einen Menschen wie Mr. Burroughs anwenden? Vielen Dank, Mr. Sorrell. Ich wrde liebend gern eine Hautfarbe loswerden, die sich von den Conquistadoren bis Hiroshima in Verruf gebracht hat. Eine Kirche bespitzeln? Ich bin kein religi”ser Mensch, Mr. Sorrell. Ich sehe mich auáerstande, mit jemandem zu kommunizieren, der mir mit einem religi”sen Glauben ankommt. Gleichgltig ob er seine religi”sen Uberzeugungen von den Kommunisten, von den Katholiken oder von den Scientologen hat. Die wissen auf alles die Antwort schon im voraus. Fakten interessieren sie nicht. Ich habe der Scientology in dem Augenblick den Rcken gekehrt, wo fr mich feststand, daá es eine Religion ist, die nichts zu tun hat mit der wissenschaftlichen Erforschung eines Gebietes, das mich interessiert. Punkt 8: Clearing-Kurs und O.T.-Kurs Millionen von Menschen zug„nglich machen.... 46 Sorrell: "Genauso gut k”nnte man jemand ein elektrisches Skalpell in die Hand drcken und ihm erkl„ren, er sei jetzt ein qualifizierter Chirurg." Es sei denn, der Strom f„llt mal aus, was? Jedenfalls kann ich mit dieser Art von Vergleich nichts anfangen. Punkt 9: Der volle Zugang zur Scientology wird so gut wie unm”glich gemacht... Sorrell: "Es werden t„glich berall auf der Welt Vortr„ge darber ge halten. Es gibt an die 40 Bcher und 150 Tonbandvortr„ge, die man kaufen kann - im Buchhandel oder per Post. Die Kurse stehen jedem offen, der nichts Kriminelles im Schilde fhrt." Gut, da habe ich also bertrieben; das will ich Ihnen zugestehen. Punkt 10: Sicherheits-Checks Sorrell: Sicherheits-Checks werden seit 1968 nicht mehr durchgefhrt." Das hatten wir schon mal. In dem Artikel geht es um meine Erfahrungen in St. Hill im Jahre 1968. Damals wurden Sicherheits-Checks durchgefhrt. Punkt 11: Polly Stathis fr vogelfrei erkl„rt... Sorrell: "Seit 1968 wird niemand mehr fr vogelfrei erkl„rt. Die Anordnung in dem zitierten Fall wurde widerrufen." Ich beziehe mich auf die Anordnung von 1968. Daá sie sp„ter auáer Kraft gesetzt wurde, war mir nicht bekannt. Punkt 12: Pot rauchen... Sorrell: "Das Auditing funktioniert nicht, wenn der Betreffende unter Drogeneinwirkung steht." Da máten Sie mal genauer definieren, was Sie unter 'Drogeneinwirkung' verstehen und welche Arten von Drogen Sie damit meinen. 47 Steht einer 'unter Aikohol', wenn er sich bers Wochenende ein paar Drinks genehmigt hat? Punkt 13:...sprte ich, wie mich meine Selbstachtung immer mehr verlieá... Sorrell: "Mr. Burroughs erniedrigte sich selbst durch seine offen zugegebene Unaufrichtigkeit." Allerdings. Das Unaufrichtige und Erniedrigende dabei war, daá ich schon durch meine bloáe Anwesenheit (in St. Hill) Praktiken und Verfahrensweisen stillschweigend sanktionierte, die mir in Wirklichkeit gegen den Strich gingen. Die Tatsache, daá einige dieser Praktiken und Verfahrensweisen inzwischen aufgegeben wurden, l„át.darauf schlieáen, daá sie den Scientologen mittlerweile selbst nicht mehr geheuer sind. Punkt 14:...geh”rt der 'Bewegung' schon seit 1945 an... Sorrell: "Die Scientology-Kirche gibt es erst seit 1954." Die 'Bewegung' gab es schon vorher. Punkt 15:...dreckig und unrasiert, graue Lumpen um die Arme... Sorrell: "Graue Armbinden - nicht graue Lumpen. Und niemals ungewaschen oder unrasiert." Ich habe 1968 die Anweisung gelesen, in der es hieá: Wer mit einer 'Kondition der Belastung' oder etwas Schlimmerem belegt worden ist, "darf sich nicht waschen und nicht rasieren." Punkt 16:...ebensolche Ergebnisse erzielt, indem ich das Auditing an mir selbst durchfhrte. Sorrell: "Das Ziel der Scientology besteht nicht darin, neues Material fr schriftstellerische Zwecke zu entdecken, sondern geistige Bewuátheit und Freiheit zu erlangen." Da haben wir also die offizielle Verlautbarung in Sachen Kunst. Neues Material fr schriftstellerische Zwecke zu gewinnen w„re demnach unvereinbar mit dem Streben nach geistiger Bewuátheit und Freiheit. Mr. 48 Sorrell verst”át hier auáerdem gegen den Scientology Auditing Code: "1. Ich gelobe, dem Pre-Clear keine Beurteilung oder Bewertung aufzudr„ngen." Und da will er mir nun vorschreiben, was ich aus dem Auditing fr mich entnehmen darf und was nicht? Punkt 17: Ich habe Magie angewandt gegen RON... Sorrell: "Der E-Meter ist kein Lgendetektor. Mit seinem Verhalten hat Mr. Burroughs dafr selbst den Beweis geliefert. Wenn eine Beratung Sinn haben soll, muá vom Gemeindemitglied Aufrichtigkeit erwartet werden. Ein Gemeindemitglied, das es an Aufrichtigkeit fehlen l„St, wird Schuidgefhle empfinden und seine Unlauterkeit anderen anlasten - so wie es Mr. Burroughs getan hat." Na mal langsam, Hochwrden. Ich bin kein Mitglied Ihrer 'Gemeinde'. Mr. Hubbard sagt: Der E - Meter ist ein Lgendetektor. Lesen Sie mal das Kapitel 'Security Cecking' auf Seite 21 von 'E-Meter Essentials' nach: "10. Wenn der Pre-Clear etwas verschwiegen hat, wird der E-Meter das Klar-Zeichen nicht geben." "12. Was der E-Meter anzeigt, stimmt." Also: entweder der E-Meter ist ein Reaktions-Detektor - und damit ein Lgendetektor-oder er ist gar nichts. Punkt 18: Scientology ist im Prinzip ein Kontrollsystem. Sorrell: "Mr. Burroughs verwechselt den Arsch mit dem Gesicht"... (na, na, Hochwrden, wer wird den n gleich vulg„r werden...) "Scientology legt das Kontrollsystem bloá: indem man es als solches erkennt, macht man sich davon frei." Eine kirchliche Organisation ist schon durch ihre hierarchische Struktur ein Kontrollsystem. Punkt 19:....der Verk„ufer sagt: 'Ich belege dich mit einer Condition des Zweifels'... Sorrell: "Genauso gut k”nnte man sagen, 'Wenn du in England lebst, wirst du wegen Hochverrats vor Gericht gestellt'..." 49 Da kann ich Ihnen zwar nicht ganz folgen, Hochwrden, aber es klingt omin”s. Punkt 20: Der E-Meter ist ein zuverl„ssiger Lgendetektor. Sorrell: "Mr. Burroughs hat durch sein eigenes Verhalten gezeigt, daá dem E-Meter eine Menge Lgen entgehen." Na h”ren Sie mal Hochwrden. Wollen Sie damit etwa sagen, daá L. Ron Hubbard etwas Falsches gesagt hat? In seinen 'E-Meter Essentials' von 1961, die ich bereits zitiert habe, hat er der, E-Meter als einen zuverl„ssigen Lgendetektor bezeichnet. Und in der Tat muá er davon berzeugt gewesen sein, denn schlieálich wurden doch einschneidende Entscheidungen ber das Leben und die Zukunft seiner 'Gemeindemitglieder' getroffen aufgrund von Sicherheits-Checks, die mit dem E-Meter durchgefhrt wurden. "Was der E-Meter anzeigt, stimmt." Wollen Sie jetzt vielleicht behaupten, die Sicherheits-Checks seien abgeschafft worden, weil sie sich als unwirksam herausstellten? Daá 7 Jahre lang, von 1961 bis 1968, Sicherheits-Checks durchgefhrt wurden mit einem Instrument, das - nach Ihrem eigenen Eingest„ndnis - als Lgendetektor wertlos gewesen sein soll? Daá Scientology-Fhrungskr„fte ihre Position einbáten, daá 'Gemeindemitglieder' aus der 'Kirche' ausgestoáen wurden, als Verr„ter und Feinde gebrandmarkt und z. T. fr vogelfrei erkl„rt wurden - als Folge von Sicherheits-Checks, die mit einem unzu" l„ngl ichen Lgendetektor durchgefhrt wurden? Mit einem I nstrument, das dazu noch - wie Sie in Punkt 17 sagen - berhaupt kein Lgendetektor ist? Das nenne ich ein beachtliches Eingest„ndnis, Mr. Sorrell... Punkt 21: St„ndig wiederholte Kommandos... Sorrell: "Scientology-Processing hat - im Gegensatz zu dem Eindruck, der hier erweckt werden soll - nichts mit Hypnose zu tun." Ich beziehe mich hier auf Mr. Kaufmans Buch Fr die Richtigkeit seiner Angaben habe ich nicht geradezustehen. Punkt 22:...vielleicht ist es in der Tat so, daá RON euch alle an der Strippe hat. Sorrell: "Die ganzen 5 Millionen gleichzeitig?" 50 Merken Sie eigentlich nicht, wenn man sie auf den Arm nimmt, Hochwrden? Punkt 23:...daá diese 'Magie' stark genug sein k”nnte... Sorrell: "Wenn das so ist, dann sollte Mr. Burroughs seine Ansichten in Presse und Fernsehen zur Diskussion stellen." Was ich auch wiederholt getan habe. Punkt 24: Mr. Girodias Punkt 25:...„hnliche Vorf„lle... Sorrell: "Polizeirazzien sind fr Mr. Girodias seit vielen Jahren eine vertraute Erscheinung. Da dieses spezielle Ereignis also weniger die Folge einer 'magischen' Handlung als vielmehr ein Teil von Mr. Girodias' normalem Berufsrisiko gewesen ist, muá man auch bei den anderen, nicht n„her belegten Vorf„llen den Einfluá von 'Magie'als fraglich ansehen." In diesen beiden Punkten ist mein alter Freund und Verleger Maurice Girodias angesprochen. Ich werde ihm vorschlagen, darauf selbst zu anworten. Punkt 26:...immer tiefer in einen Zustand der Hypnose... Sorrell: "Scientology arbeitet nicht mit Hypnose. Punkt 27: Mr. Kaufman: '...keine Leistungsgrade und Erkenntnisebenen...' Sorrell: "Falsch. Und im brigen widerlegt von Hunderttausenden von Menschen, die genau das erlangt haben, was ihnen versprochen wurde - und mehr!" Die beiden Punkte beziehen sich auf Mr. Kaufmans Buch. Es liegt bei Mr. Kaufman, ob er darauf anworten will. Punkt 28: 'Visfeedbacks brain control'...(sic) Sorrell: "Das Gemeindemitglied kann w„hrend des Auditing den E-Meter nicht sehen. Deshalb kann auch kein Feedback stattfinden. Es geht vielmehr um geistlichen Rat. Das 51 Gehirn ist dabei nicht angesprochen. Es ist keine Kontrolle durch Hypnose. Es ist eine Freiheit, eine geistige Bewuátheit." Zun„chst mal heiát der Ausdruck Bio - Feedback, und es geht dabei um ein Feedback zwischen elektronischen Schaltkreisen und psycho-physiologischen Vorg„ngen im menschlichen K”rper. Es ist richtig, daá das 'Gemeindemitglied' in den ersten Phasen des Auditing die Meáskala des E- Meters nicht sichtbar vor Augen hat (-vielleicht k„me beim Auditing mehr herašs, wenn das anders w„re...). Aber: vom Solo -Auditing - Kurs aufw„rts fhrt jeder das Auditing an sich selbst durch und beobachtet dabei den Zeigerausschlag am E-Meter. Er stellt sich selbst die Fragen und liest seine Reaktionen auf diese Fragen an einem elektronischen Ger„t ab. Wenn das nicht Bio-Feedback ist, dann wird man diesen Begriff wohl neu definieren mssen. Mr. Hubbard sagt, der E-Meter reagiere auf GEDANKEN. Mr. Sorrell sagt, das Gehirn sei dabei nicht angesprochen; und auch nicht irgendwelche Ver„nderungen von Puls und Blutdruck, wie man annehmen darf. Was registriert dann eigentlich der E-Meter, wenn er weder mit dem Gehirn noch mit dem K”rper etwas zu tun hat? Der E-Meter, so sagt uns Mr. Hubbard, reagiert auf Widerstand. Gemeint ist Widerstand auf einen Schwachstrom-lmpuls von einem halben Volt, der durch Gehirn und K”rper geschickt wird. Wo sollte denn dieser Widerstand auftreten, wenn nicht in Gehirn und K”rper? Wahrhaftig ein Mysterium. 52 Ali's Smile Ein Landhaus, junger Mann mit Aktentasche an der Tr. Die Tr wird ge”ffnet von einem grauhaarigen Mann, der einen blauen Morgenmantel tr„gt. "Ja?" "Ich bin Ihr hiesiger Scientologe...was kann ich fr Sie tun?" "Hau ab!" Die Tr knallt zu. Der Mann, Clinch Smith, wankt in sein Wohnzimmer zurck und bricht auf dem Sofa zusammen. Ein kraterf”rmiges Tal am Rand einer mittelgroáen englischen Stadt. Zu sehen sind authentische Cottages mit moosbewachsenen D„chern. Das 'Olde Bramble Tyme Motel', Wucherpreise, dnne W„nde. Uber das Tal ragt die riesige graue Schlackenhalde einer Kohlenzeche. Die Kamera bewegt sich zielstrebig voran. Ein Bauer stapft gelassen ber ein Feld. J„ger in roten R”cken (aus einem Bild, das in der 'Olde Marl Hole Tavern' h„ngt) betreten die Szene. Eine exzentrische Lesbierin attackiert sie mit ihrem Regenschirm. Sie wird von Hippies angefeuert. Jetzt strmt eine Bande von Halbstarken aus der 'Olde Marl Hole Tavern', und bald ist zwischen den Hippies und den Einheimischen eine Schl„gerei im Gang. Smith las sich den Brief noch einmal durch. "Deine geringsch„tzige Haltung gegenber Scientology macht dich zu einem down-stat, zu einer feindseligen Person. Ich schalte mich von dir ab. Komm mir ja nicht mehr auf meine Frequenz. Harry." Clinch verbarg das Gesicht in den H„nden und begann zu schluchzen. "Das ist nun der Dank; dabei hab ich doch fr seine Scientologykurse bezahlt." Er richtete sich mit einem theatralischen Blick seiner tr„nenverschleierten Augen auf, und da an der Wand hing Alis Dolch. 53 Es war vor dreiáig Jahren in Malaya. Das erste Mal sah er Ali auf dem Markt. Eine Menschenmenge fiel ihm auf. durch die eine seltsame Trennungslinie lief - die M„nner alle mrrisch und betreten, die Frauen strahlend und lachend. Er schob sich durch die Menge und da in der Mitte des Kreises war ein schlanker Junge von achtzehn Jahren, einen Vorhangstoff um den K”rper drapiert, das Gesicht mit einem ungeschickt aufgetragenen Make-up bemait. Vor ihm vollfhrte eine zahnlose alte Vettel einen zahnlosen obsz”nen Tanz. Er imitierte jede ihrer Bewegungen. Als er dem Jungen in die Augen sah, erkannte Clinch, daá dieser v”llig hilflos war; daá es eine Qual fr ihn war, was sein K”rper da tat. Er war tats„chlich ein Latah. Darunter versteht man einen Zustand, in dem das Opfer Jede Bewegung imitieren muá, sobald seine Aufmerksamkeit durch ein bestimmtes Signal erregt worden ist. 'Mein Gott', dachte Clinch. 'Angenommen, so einer muá in Anwesenheit der Queen einen Furz lassen? Er hat keine Gewalt ber seinen K”rper'. "Aufh”ren!", sagte er in dem entschlossenen markigen Ton einer englischen Lesbierin, die irgendwelche grobschl„chtigen Buschneger davon abhalten will, einen Maulesel zu miáhandeln. Die alte Vettel warf ihm einen derart durchdringenden haáerfllten Blick zu, daá er einen kalten Hauch im Nacken sprte. Sie spie das malalische Wort fr "Tunte" zusammen mit einer Ladung Betelsaft aus. Clinch machte Ali zu seinem Diener und gab ihm ein Amulett, das ihn vor der Frau vom Markt schtzen sollte. An jenem Morgen wachte Clinch mit malaria-„hnlichen Kopfschmerzen auf und muáte feststellen, daá ihm das Codein ausgegangen war. Er schickte Ali auf den Markt und verabredete, daá er sich um 11 in der Englischen Drogerie mit ihm treffen wollte. Die Tr von Alis Zimmer stand offen, und auf dem Tisch lag das Amulett. Clinch berkam ein pl”tzliches Fr”steln. 'Wahrscheinlich Malaria', dachte er. Er steckte das Amulett ein und machte sich auf den Weg zur Drogerie. Sein Kopf dr”hnte unter den Strahlen der Morgensonne. Er sagte sich, daá er den Drogisten um ein Glas Wasser bitten und zwei Pillen einnehmen wrde. Erwartungsvoll dachte er an die Kble in der Drogerie, das Wasser, das Codein. 54 Eine Hand legte sich auf seinen Arm. Er drehte sich „rgerlich um und blickte in zwei blaue Augen, in denen eine Warnung flackerte. Es war ein b„rtiger Arch„ologe, der ihm schon immer wegen seiner mysterl”sen Freundlichkeit aufgefallen war. Er versuchte eine dringende Verabredung vorzuschtzen, um wegzukommen, aber der Mann blickte ihn unverwandt an. "Sie interessieren sich doch fr Lingulstik...ich dachte, daá Sie sich das hier gern mal ansehen wrden..." Der Mann lieá sich nicht abschtteln, und der Zeitungsausschnitt war interessant, das sah er auf den ersten Blick. Er bezog sich auf eine Theorie, die Clinch einmal ver”ffentlicht hatte. Es ging dabei darum, daá jede Sprache eine Kadenz, einen besonderen Rhythmus hatte, der sich auf eine neutrale musikalische Partitur reduzieren lieá. Jeder, der sich mit dieser Partitur vertraut machte, wrde damit die betreffende Sprache vollst„ndig absorbieren. Diese Theorie war damals bei seinen Vorgesetzten auf schroffe Ablehnung gestoáen, und als Clinch sich damit beharrlich durchzusetzen versuchte, wurde er nach La Paz strafversetzt. Eine Erbschaft von einem Onkel bewahrte ihn vor der Schande, jahrelang dasitzen und sich seine Altersversorgung zusammenschreiben zu mssen. W„hrend er den Zeitungsausschnitt las, h”rte er die Glocke auf dem Markt 11 Uhr schlagen. Er las den Artikel zu Ende und gab ihn zurck. Als er auf den Marktplatz einbog, h”rte er den Schrei "Amok! Amok! Amok!" Und da vor der Drogerie war Ali mit seinem Dolch. Die Roll„den sausten herunter wie eine Guillotine. Die alten Marktweiber suchten mit der Behendigkeit von Ratten oder b”sen Geistern das Weite. Drei von ihnen waren zu langsam. Und nun rannte Ali genau auf ihn zu; sein Gesicht glhte wie ein Komet. Clinch Smith richtete sich auf. Er fhlte, wie sich seine Nackenhaare str„ubten und kriegte am ganzen K”rper G„nsehaut. "Ali, Ali, Ali." Er ging hin und nahm der, Dolch von der Wand. Der Dolch schien wie von selbst in seine Hand zu gleiten. Er machte die Tr auf und schlug den Weg zum Scientology Center ein. Er schritt zielstrebig voran, die Hand mit dem Dolch nach vorn gehalten. Und dann die Schsse. Drei Kugeln bohrten sich in Alis K”rper, aber er rannte weiter. Drei weitere Kugeln machten ihn fertig und er fiel 55 Clinch vor die Fáe. Tropenhelm, Shorts, das schlanke bronzene Gesicht. Er schob die 45-er Webley Automatic ins Halfter zurck und kn”pfte es wieder zu. Es handelt sich dabei, soviel ich weiá, um den einzigen automatischen Revolver, der je hergestellt wurde. In die Trommel sind Rillen einge„tzt, sodaá sie sich bei jedem Schuá dreht und den Revolver wieder schuábereit macht. Wurde als die schnellste Handfeuerwaffe aller Zeiten verkauft. "Kommen Sie mit zum Club, alter Junge. Sie k”nnen einen Drink gebrauchen." Der Offizier drehte sich um. Der Polizist hatte sich z”gernd geri„hert, und der Offizier gab ihm einige knappe Anweisungen auf Malaiisch. Clinch Smith: "Ich h„tte der Dolch gern als Andenken. Sie verstehen ...er war mein Diener." "Oh, ja, natrlich, alter Junge. Verstehe volikommen. Ich werde ihn in Ihr Quartier schicken lassen." Der Scientologe - er hieá Reg - entfernte sich inzwischen in einem Zustand des down-stat. Er sprte, wie ihm die Punkte, die er sich erworben hatte, entglitten. Die nachmitt„glichen Straáen waren pi”tzlich voll nackter Drohungen, die ihm von Fenstern und Hausw„nden entgegenzuschlagen schienen. Der 'Bogen' floá aus ihm heraus und er versprte eine schreckliche Schw„che. Er frchete sich vor der Snde selbstverschuldeter Leistungsunf„higkeit. "Ich muá mich wieder steigern", sagte er sich energisch. "Ich werde der Abteilung Ethik einen Bericht erstatten." Er schwankte und hielt sich an einem Baum fest. Silberne Sterne zuckten vor seinen Augen. Er bog um eine Ecke, und da, genau vor ihm, dr„ngten sich Menschen zusammen. Ein Unfall, vielleicht ein Feuer. Hier hatte er eine Gelegenheit, sich zu bew„hren. Vielleicht konnte er ein kleines M„dchen durch brillante Anwendung des touch-assist vor dem Flammentod bewahren. Die Worte von Ron Hubbard kamen ihm wieder in Ged„chtnis: "Wenn eine gef„hrliche Situation eintritt, sei einfach da und sage mit fester Stimme, 'Du stehst in meinem Raum.'" Und w„hrend die Wogs* sich darber noch den Kopf zerbrechen, ist er schon an ihnen vorbei und in vorderster Linie, wo sich einige Hippies mit einheimischen Burschen und Landadeligen prgeln. Er blickte auf, und sein Atem stockte. Fnf * Ein 'Wog' ist fr die Scientologen jeder Auáenstehende. 56 Angeh”rige der Sea Org** in makellosen blauen Uniformen schoben sich durch die Menge. "Hey, ihr seht aber auch nicht ganz echt aus." Eine Bande von Jugendlichen aus Glasgow n„herte sich. Die Jungs hatten die H„nde in den Taschen und ihre Finger schlossen sich langsam um ihre Schnappmesser. Lord Westfield hatte bei seiner Geburt nicht nur Intelligenz sondern gleichzeitig auch groáen Reichtum mi auf den Weg bekommen - ein ungew”hnliches Zusammentreffen rckl„ufiger planetarischer Konstellationen. Nach bereinstimmender Ansicht handeite es sich um einen radioaktiven Tag, an dem sich nichts als-h„áliche und drohende Dinge ereignen. Streunende Kinder schreien einem unfl„tige Ausdrcke nach. Maultiere warfen Fohlen und der gezinkte Deal geiferte in den Straáen von Clayton/Missouri. Vier Schuljungen wurden beim Wichsen ertappt von Macintosh, dem Drogisten, der sich dem Kampf gegen die Sodomie verschrieben hat; l„uft rum und checkt wo er so ein paar Schweinehunde dingfest machen kann und brllt: "An den HAAREN werd ich euch auf die Polizeiwache schleifen!" Kriegte fnf Jahre wegen Sodomie. In Mississippi knpften sie einen Nigger unter einer Eisenbahnbrcke auf und brannten ihm die Genitalien mit einem Schneidbrenner ab. Das Gesicht des Mannes mit dem Schneidbrenner in Groáaufnahme: "Well, wir zogen ihm Esquire Klamotten an. Das wurde der neue Look. Der moderne Look. Und der Junge war ne richtig heiáe Ware. Naja, wir hatten die Exklusivrechte an der Geschichte, und ich erinnere mich zuf„llig, daá es an dem Tag lauter solche Sachen gegeben hat, das h”rte gar nicht mehr auf. Eine Frau hat ihrem Mann den Schwanz abgebissen, weil er schwul war; und ihr Bruder, der ne Schw„che fr Bullen hatte, der hat ihn dann zu Tode getrampelt." Nun, w„re Lord Westfleld unter anderen Verh„ltnissen zur Welt gekommen, dann h„tte er mit Sicherheit Erfolg gehabt. Von frhester Kindheit an beobachtete er die ehrerbietige Haltung, mit der ihm die Bewohner der Stadt begegneten. Er war nicht so dumm zu glauben, daá er darauf einen geheimnisvollen Anspruch h„tte. Lord Westfield mochte keine Geheimnisse. Ein Geheimnis ist ein unbekannter Faktor und daher gef„hrlich. Er seh, daá diese Menschen eingeschchtert und ** Die 'Sea Org' besteht aus ein paar Schiffen, die sich die Scientologen anschafften, nachdem sie aus mehreren L„ndern ausgewiesen worden waren. 57 unterwrfig waren; aber er wollte genau wissen, wie man das erreicht hatte, damit er dafr sorgen konnte, daá dieser wnschenswerte Zustand andauerte. In seinen jungen Jahren machte er sich einen Spaá daraus, zu sehen, wie viele Beleidigungen und Erniedrigungen er den Einheimischen zufgen konnte. "Fge jedem, der dir ber den Weg l„uft, m”glichst groáen Schaden zu," sagte er sich. "Wenn er sich beim Weggehen schlechter fhlt als zuvor, dann hast du etwas Sinnvolles erreicht." Zu diesem Zweck besch„ftigte er sich mit geheimen Studien und nahm einige Privatdetektive unter Vertrag, die seiner Lordschaft gern zu Diensten waren, da er immer an eine Weihnachtsgratifikation dachte und nie unangenehme Fragen stellte. "Geht mal der und der Sache nach. Fragt Dr. Miller, was er dazu sagt. Ihr habt schlieálich Journalistenausweise...Wissenschaftler sind gottseidank immer zerstreut. Besorgt mir alles Wissenswerte ber Scientology." Der Detektiv packt einen Stapel Bcher und Broschren auf Lord Westflelds Schreibtisch. Lord Westfield bl„ttert eins der Bcher durch. Ungehalten fegt er den Bcherstapel vom Tisch. "Das ist nicht, was ich wollte...dieser schwachsinnige Kram...ich will das Material von den Lehrg„ngen, und zwar alles, egal ob es schon auf dem Markt ist oder erst in Vorbereitung. Ist das klar?" "Sie meinen, ich soll hingehen und die Kurse mitmachen, Sir? Warum nicht den ganzen Kram einfach klauen?" Die Firma Jenkins & Coldbourne war darauf spezialisiert, illegale Hausdurchsuchungen vorzunehmen, Dokumente zu fotografleren oder durch andere zu ersetzen. Man hatte schon einige solcher Jobs fr Lord Westfield erledigt, und zwar mit beispielhafter Grndlichkeit. "Nein, ich m”chte, daá Sie die Kurse absolvieren. Dann m”chte ich, daá Sie zurckkommen und sie Tag fr Tag mit mir durchgehen. Haben Sie verstanden?" "Die werden mich mit dem E-Meter hochgehen lassen, wenn Sie mir diesen Ausdruck entschuidigen wollen, Sir. Die haben da so einen Lgendetektor, Sir. Den kann man nicht reinlegen, Sir. Sehen Sie, ich hab n„mlich fr die mal einen Job erledigt...: meine Frau hat im Londoner Center einen Kurs fr individuelle Leistungssteigerung mitgemacht...auf die Tour bin ich reingekommen. Well, ich hab mir mein Spesenkonto ein biáchen aufgebessert, und da kommt so eine grimmige alte Schachtel und zerrt mich in eine Besenkammer, drckt 58 mir die Kontaktdosen in die Hand und fragt mich, ob ich ihr nicht was verschwiegen h„tte. Da hat die Nadel ausgeschlagen. 'Na, was glauben Sie wohl, was das zu bedeuten hat?' Sie hat's weiá Gott aus mir rausgekriegt, Sir. Und sie sagte, ich máte innem grauen Báergewand rumlaufen und jeden rechtschaffenen Scientologen bitten, ob er mich wieder in die Gruppe aufnimmt. Da hab ich's aufgesteckt, Sir." "Um Security-Checks brauchen Sie sich keine Sorge zu machen, Sie mssen nur eine von diesen Pillen hier einnehmen." Lord Westfield schiebt ihm ein Fl„schchen mit Pillen ber den Tisch. "Setzen Sie sich, Jenkins, und stellen Sie sich nicht dmmer als Sie sind. Also, diese Droge hier senkt den elektrischen Widerstand des Gehirns." Jenkins spricht jetzt nicht mehr in seinem unterwrfigen Cockney-Akzent. "Ja, Sir, selbstverst„ndlich. Der E-Meter spricht auf Widerstand an." "Elektronik ist wohl ein Hobby von Ihnen, Jenkins?" "Ja, Sir, ich arbeite sogar an einem E- Meter, der auf fehlenden Widerstand anspricht." "Ach wirklich? Bringen Sie ihn mal her, wenn Sie ihn fertig haben; vielleicht interessiert sich die Technische Abteilung dafr. Nun, bei diesem Auftrag mssen Sie sich bei allem was Sie sagen oder tun sehr in acht nehmen. Es gibt in der Organisation keinen, der Sie nicht sofort meldet, wenn Sie sich w„hrend eines Kursus auch nur mal ein kleines Bier in einer Bar genehmigen. Also lassen Sie sich um Himmelswillen nicht beim Einnehmen einer Pille erwischen!" "Ich hab frher in der Council Hall Taschenspielertricks vorgefhrt, Sir. Ich hab als Junkie in New York gelebt. Ich kenn zehn verschiedene Methoden, wie ich niir vor versteckten Kameras ne Pille in den Mund stecken kann, ohne daá es auff„llt." Lord Westfield wuáte natrlich. Er wuáte auch noch mehr ber Jenkins: T„tigkeit fr den geheimen Nachrichtendienst w„hrend des Krieges, Elektronik- und Sprengstoffexperte, Spezialist fr das Beschaffen, Fotografieren und unbemerkte Retournieren von Geheimdokumenten, Spezialist fr elektronische Abh”rger„te. "Und denken Sie daran, Jenkins, Sie werden intensiv lernen mssen. Es ist ein harter Kurs, wie ich h”re." Jenkins wurde blaá..."Wollen Sie damit etwa sagen, daá ich den Sonderkurs zur Einfhrung machen muá, Sir?" "Nein, Jenkins, nur das, wasSie brauchen, um in den Clearing Kurs 59 reinzukommen. Dann k”nnen Siesich den Rest unterden Nagel reiáen." Zwei Wocherr sp„ter, als Jenkins zu seiner t„glichen Berichterstattung erschien, machte er ein besorgtes Gesicht..."Lord Westfield, es ist was mit diesen Pillen, Sir." "Ja, Jenkins?" "Naja, wenn Sie mir den Ausdruck nachsehen wollen, Sir, sie setzen meinen Schlieámuskel auáer Betrieb, Sir. Mir ist ein paarmal was „h in die Hosen gegangen, Sir. Sehen Sie, es hat Stunk gegeben wegen den geheimen Unterlagen, und jetzt machen sie Security-Checks wie verrckt, Sir. Das ist so ne Begleiterscheinung." "Gut, Jenkins, Sie k”nnen sich den Rest unter den Nagel reiáen." Scientology war eines von vielen Gebieten, fr die sich Lord Westfield interessierte. Nach auáen hin war er ein hoher aber unauff„lliger Beamter im Innenministerium. Es gab exklusive Abendessen fr die h”heren Chargen...Lord Westfield, unterwegs zu einem Top Secret Meeting mit Olga Hardcastle, blickte aus dem Ivon auáen undurchsichtigen) Seitenfenster seines Bentley und sah, daá eine Prgelei im Gang war. Er lieá den Wagen anhalten, stieg aus und setzte sich auf seinen Jagdstuhl, um den Kampf zu verfolgen. Zwei Frauen im mittleren Alter waren die ersten, die auf Clinch Smith aufmerksam wurden. Sie sahen miábilligend auf seinen Dolch... "Den darf er doch gar nicht tragen," sagte die eine. Sie kam nicht mehr dazu, zu schreien. Er schlitzte ihr den Bauch auf, indem er den Dolch von unten herauf fhrte. Die andere sah ihn an, und ihr Gesicht bebte in stummem Entsetzen. Er schwang seinen Arm und schnitt ihr die Kehle durch. Er dreht sich um und nahm die Umstehenden ins Visier. Eiektrischer Terror strahlte von seinem Dolch, der wie ein lebendiges Wesen vibrierte und ihn in einen Sog von schreienden, flchtenden Gestalten hinabzog. Und dort, am Ende des Sogs, sind die Sea Org, Lord Westfield und Olpa. Die Kleidung der Sea Org Leute wirkt irgendwie exzentrisch und puritanisch zugleich, wie bei denen von der Moralischen Aufrstung. Sie nahmen amateurhafte Karatepositionen ein. Als Lord Westfield das Gesicht von Clinch Smith sah, wuáte er, daá er ein toter Mann war. Er hatte Karate trainiert, chinesischen Box- kampf, Judo, Aikido. Er qab seiner Hand die Befehle, aber eine l„hmen- 60 de Hemmung hatte ihn befallen. Pl”tzlich brach er durch und seine Gliedmaáen, steif vor Panik, traten in Aktion; er fhrte mit dem Jagdstuhl einen unbeholfenen Stoá in die Leistengegend aus. Clinch schien seitw„rts abzudrehen, als ob sich der Boden unter seinen Fáen bewegt h„tte; dann streckte er seinen angewinkelten Arm gerade und lieá den Dolch seitlich ber Lord Westfields Kehle zucken. Sein Arm schnellte wieder vor und stach den Dolch direkt in Olgas offenen Mund, so daá er im Nacken wieder herauskam. Er stemmte die linke Hand auf Olgas Gesicht und zog den Dolch heraus, schwang ihn in einem wilden Bogen, so daá er fast einen Angeh”rigen der Sea Org enthauptete. Er stach und fetzte um sich in rasendem tanzenden Wirbel. Crack. Da stand Colonel Wentworth mit einer Jagdflinte. Nach seinem Geburtsschein hieá er Marvin Weinstein. Seit dem 2. Weltkrieg fhrte er einen umstrittenen milit„rischen Titel. Sein erster Schuá t”tete Lord Westfields Chauffeur. Er kam n„her. Crack. Clinch Smith ging zwischen einem Haufen toter Sea Org Uniformen zu Boden. Inzwischen hat sich in der Stadt das Gercht verbreitet, der Innenminister habe ein Massaker von Hippies und militanten Regimegegnern angeordnet. Jetzt quellen sie alle aus ihren H„usern und marschieren auf die Kampfzone zu. Das ist der Notstand. Ihr Blick f„llt auf einen schlanken malaiischen Jungen, einen Neger, einen Mexikaner, vielleicht auch auf einen Chinesen, der schon unter einem Haufen Bullen begraben ist. Sie zcken Basaballschl„ger und Fahrradketten und schlagen drauflos. Einige von der Opposition fallen schon bei diesem Anblick in Ohnmacht, und die Schw„cheren unter ihnen kriegen einen Herzanfall. Die brigen verlegten sich auf etwas so Abartiges, daá einige Hippies mit Zen-Erfahrung schwach wurden und sagten, "Also darber mssen wir erst mal reden." Die robusteren Hippies dagegen gingen gest„rkt daraus hervor und ihre Augen blitzten, als sich die bedr„ngten Polizisten und Landadeligen ihnen entgegewarfen. "Euch ziehen wir das Fell ber die Ohren, ihr verlausten Typen!" Und jetzt gehen die beiden feindlichen Parteien aufeinander los. In 61 diesem Augenblick h”rt man ein Ger„usch wie von einer Lawine. "Die Halde!Die Halde!Die Halde!" Eine Wand von grauem Schlamm, zwanzig Fuá hoch, rauscht ins Tal. Die n„chste Aufnahme zeigt eine Mondlandschaft aus flssiger Schlacke. In der eisigen Schw„rze des Raums erscheint das geisterhaft l„chelnde Gesicht von Ali. [End of German half] Naked Scientology BURROUGHS ON SCIENTOLOGY Los Angeles Free Press March 6, 1970 In view of the fact that my articles and statements on Scientology may have influenced young people to associate themselves with the so called Church of Scientology, I feel an obligation to make my present views on the subject quite clear. Some of the techniques are highly valuable and warrant further study and experimentation. The E Meter is a useful device...(many variations of this instrument are possible). On the other hand I am in flat disagreement with the organizational policy. No body of knowledge needs an organizational policy. Organizational policy can only impede the advancement of knowledge. There is a basic incompatibility between any organization and freedom of thought. Suppose Newton had founded a Church of Newtonian Physics and refused to show his formula to anyone who doubted the tenets of Newtonian Physics? All organizations create organizational necessities. It is precisely organizational necessities that have prevented Scientology from obtaining the serious consideration merited by the importance 63 of Mr. Hubbard's discoveries. Scientologists are not prepared to accept intelligent and sometimes critical evaluation. They demand unquestioning acceptance. Mr. Hubbard's overtly fascist utterances (China is the real threat to world peace, Scientology is protecting the home, the church, the family, decent morals...positively no wife swapping. It's a dirty Communist trick...national boundaries, the concepts of RIGHT and WRONG against evil free thinking psychiatrist) can hardly recommend him to the militant students. Certainly it is time for the Scientologists to come out in plain English on one side or the other, if they expect the trust and support of young people. Which side are you on Hubbard, which side are you on? This statement which appears in my forthcoming book *The Job* needs considerable amplification. I quote from *Freedom Scientology* number 11...(no date) *PSYCHIATRY No. 1 -- beliefs and aims*. *An expose of this weird cult* *Psychiatry: n. a medical specialty dealing with the prevention, diagnosis, treatment and care of mental Illness and defect and, by extension, of many personal problems of personal adjustment. Historically, psychiatry grew up within the framework of medicine and dealt with the medical care of the mentally ill. As the Science and art developed, much of its treatment was not specifically medical, and many of those treated were not (in, any ordinary sense of the word) ill, either somatically or mentally. The practice of psychiatry is thus often indistinguishable from that of other specialties that deal with problems of psychological adjustment. The term medical psychology Is fairly descriptive of the practice of psychiatry but not of the curriculum for training in that field, which seldom includes any background in psychology of normal people - adj. psychiatric*. '*Mental Health' began promoting and organizing itself after the Second World War. Various mental health groups, societies and committees were set up through- 64 out the world, and pronouncements made as to the future of civilization*. *Dr. Brock Chisholm was at that time a prime mover in these organizations. His own pronouncements are of interest - even if they sound unbelievable*. *1945 - 'Let us accept our own responsibility to remodel the world' and the remodelling plan is basically very simple. The way to prevent future wars is world government - established by developing world citizens with a 'state of emotional maturity' achieved, as Chisholm put it, by 'the re-interpretation and eventual eradication of the concept of right and wrong which has been the basis of child training*...' *Chisholm knew this couldn't be done overnight. People tend to cling to their old 'prejudices about national patriotism, individualism, loyalty to family and friends and their devotion to 'narrow' religious dogmas. 'There is something to be said for...gently putting aside the mistaken old ways of our elders...If it cannot be done gently, it may have to be done roughly or even violently.*' '*We have swallowed all manner of poisonous certainties fed us by our parents, our Sunday and day school teachers*...' '*If the race is to be freed from its crippling burden of good and evil it must be the psychiatrists who take the original responsibility*.' '*We should begin to teach psychology in the first year in school, at about 5 or 6 years of age, before their ability to think has been entirely spoiled*.' '...*to root out and destroy the oldest and most flourishing parasitical growth in the world, the tree of the knowledge of good and evil*.' *Ten years later Dr. Chisholm was still talking...'A man who fathers six children is an indifferent fellow who has ignored his responsibilities as a citizen of the world. There is nothing admirable in competing with rabbits*...' 65 *These are the views of one of the world leaders in the weird cult of psychiatry. Chisholm is not alone - read Julian Huxley's views on God. 'The advance of natural science...has brought us to a stage at which God is no longer a useful hypothesis. A faint trace of a cosmic Cheshire cat. But the growth of...knowledge will rub even that from the universe - I do not believe in the existence of a god or gods*.' *These are not just isolated views. The Kinsey report reached a conclusion on homosexual molesters of children that such molesting may have contributed favourably to later socio-sexual development, and further states that pre-marital sex relations of women help females to adjust emotionally to various types of males - and in hospitals, psychiatric courses have included these teachings*: '*Pre-marital and extra-marital relations may be quite useful in establishing good 'mental hygiene', and that masturbation is all right in adolescents, but is 'wrongfully' frowned on in later life*.' *The psychiatrist does not stop there. There is one other piece de resistance tucked away that he has been trying to get introduced for years. It is the 'Alaska Mental Health Bill.' It is the most authoritative, undemocratic suggestion to appear so far from the cult of psychiatry. This is what it sets out to do*. *A large area in Alaska should be set aside for the 'treatment' of 'mental' prisoners from other states in the U.S.A. Commitment of 'patients' may be upon 'written application of an interested party', or may be by 'any health, welfare or police officer...' Proceeding for commitment may be held in private without event the 'prisoner' being notified of such hearings, RULES OF EVIDENCE DO NOT APPLY AT SUCH HEARINGS*_ *This means that you could be lying in bed at night, be awoken by the 'authorities' and be sent straight to 66 Alaska, whether you object or not. Your 'case' has already been heard, without your knowing anything about it, and a decision taken that Alaska is the place for you. And what works in the U.S.A. will work in other countries*. *It is a matter of historical record that Scientology Organizations have fought this Bill in every country since it was first announced. They will continue to do so, because the freedom of human rights for each and every individual is at stake. There are already several cases of people who have 'disappeared' because of political controversy - and they can be removed because of their so called 'irrational' behavior, or their sanity discredited or being 'mentally unbalanced.' Doctor H.A. Overstreet has listed the new style 'symptoms' of mental illness in his book 'The Great Enterprise - Relating Ourselves to Our World.' He writes*: '*A man...may be angrily against racial equality, public housing, financial and technical aid to backward countries, organized labor and the preaching of social rather than salvational religion... such people may appear 'normal' in the sense that they are able to hold a job and otherwise maintain their status as members of society: but they are, we now recognize, well along the road toward mental illness*.' *There we have it. Modern 'psychiatry' and 'mental health', as promoted by the Chisholms, the Overstreets and the Huxleys is completely anti-Christ and subversive. No wonder ex-Detective Superintendent Fabian of the Yard has described it as 'the biggest hoax of the century.' Summing up the views of this cult, as expressed by its own leaders, it can be clearly seen* - *Psychiatry denies God. Psychiatry ridicules the Bible and its teachings. Psychiatry advocates promiscuous sexual behavior and perversion. Psychiatry attracts national sovereignty and personal 67 loyalties. Psychiatry wants to commit 'patients' without a fair hearing*. *There are, however, many sincere, dedicated and public-spirited people who work for 'mental health' on the public level, and are not aware of the weird cult they are actually involved with. That is why this series will appear - responsibility is being accepted for publicizing the facts*. (*Next edition: Psychiatry No. 2 Murder by 'Treatment.') Note: Not all psychiatrists are bad. Many would like to reform the practices inflicted by the few on the many. We shall publish their views*. Now what is all this flap about psychiatrists? At worst psychiatrists are the defenders of the establishment 'adjusting' or coercing 'deviants' back into socially accepted norms. At best they urge a more liberal and humane approach to human problems and may even clash with the establishment. The Mental Health psychiatrists for example put a block into Nixon's stiffer drug laws. Doctor Chisholm seems to me to be making very good sense. The concept of national boundaries, of NATIONS is of course the war formula. Dogmatic RIGHT and WRONG is the tool of psychological enslavement used by all establishments. I did not know that Julian Huxley had taken up the study of medicine and obtained a licence to practice psychiatry. When I last visited his home he was a 19th Century Darwinian biologist and not at all subversive. I am quite sure the Special Branch does not keep a man on him. Kinsey, when I knew him, was a statistical psychologist with no pretensions to psychiatric qualifications. 'A man may be angrily against racial equality, financial and technical aid to backward countries, organized labor ETC.' Translate: 'A man can be a decent church going cop loving creep doesn't want any Niggers in his union...Why are we giving away good American dollars to a lot of immoral foreigners?.. As for Hippies, 68 dope freaks and long hairs I say shoot them so who cares? Well a decent-Wallace folk like that could suddenly be kidnapped off to Alaska brain washed castrated by international Communistic psychiatrists.' "Most of them psychiatrist fellers is Jews ain't they Clem?" "Sure are. The Jews don't believe in Christ, Luke. I read about it in my Masonic home work." All this is uneasily reminiscent of the Protocols of Zion and the Volkisher Beobachter. (The Protocols of Zion is an anti-Semitic forgery first published in St. Petersburg in 1903. In 1921 the Protocols were established as a forgery. The Nazis insisted that the Protocols were genuine and produced this document in support of their anti-Semitic measures. Anti-Semitic propaganda poured out of the Der Stormer and Der Volkishes Beobachter daily cartoons of hideous Jews raping Christian girls and eating Christian babies as they plot world conquest. The Protocols outline the following steps in the master plan...Fomenting world wide subversion and undermining authority by *fostering liberal ideas*, breaking down the family by encouraging every sort of license, permissiveness and immorality, undermining and discrediting religion. Gentiles are to be encouraged to be atheists. Gentiles are to be encouraged to be atheists.) We can read and appreciate Ezra Pound's poetry without sharing his political views. Can we make a similar distinction between Mr. Hubbard's publicly expressed opinions and the technology and practice of Scientology? No, we cannot. A separation between Mr. Hubbard's work and his opinions is ruled out by Mr. Hubbard's grandiose claims...'Galaxy upon galaxy billions of light years away have no bridge no route to freedom... Scientology is the one and only road to total freedom and total power...Scientology has the answers to all the problems of the universe including the method of 69 solution'...When the Founder, Controller and Guardian of the 'road to total freedom' starts spouting John Birch talk, his road is called in question and we have every right to ask precisely what his 'method of solution' is. If Mr. Hubbard were content to be a technician who has made some important discoveries we could afford to ignore his personal opinions. When he sets himself up as the savior of all possible universes we cannot. The shoddy presentation, the reactionary opinions, the preposterous claims, the atrocious writing are so immediately repellent that few intelligent people can be persuaded that Scientology is worth a second glance. And should anyone wish to make an objective evaluation, he would find it difficult to do so owing to the structure of the Scientology Organization. To begin with, the techniques actually in use are not described in Mr. Hubbard's books. To learn these techniques one must take courses at a Scientology Center. And one does not simply pay the tuition, obtain the materials and study. Oh no. One must JOIN. One must 'sign up for the duration of the universe'...(Sea Org members are required to sign a billion year contract)...The advanced courses are not only unpublished but 'confidential', and any student revealing this material is subject to expulsion and exclusion from further training. These materials can only be obtained by undergoing the training and the *conditions for training* laid down by Mr. Hubbard. In order to gain access to the materials of the Clearing Course, I had to undergo a series of Security Checks (at my own expense of course) carried out on a lie detector...('Do you have any doubts about Scientology? Do you have any unkind thoughts about L. Ron Hubbard? Do you know any Communists personally? - No one asked whether I knew any CIA men personally - Are you connected to a *Suppressive Person*?...A Suppressive Person is anyone in disagreement with Scientology...Are you 70 here for any other reason than what you say you are? Do you consider these security measures unnecessary? ETC. for twenty three hours)...You have to swear and *believe* on some level that the organizational policy is correct and that the materials are as Mr. Hubbard says they are before you can see them. It's like a physicist saying 'you can't see my formula unless you first agree that they are correct sight unseen.' The practice of Security Checks has been discontinued. However, anyone expressing doubts about Scientology would find himself excluded from the advanced courses. And the practice of assigning 'Conditions' is still in effect. These conditions, 'Non-existence', 'Liability', 'Treason', 'Doubt', are assigned for misdemeanors and crimes against Scientology. A student assigned to an advanced condition must wear a dirty grey rag around his arm, may not bathe, shave or change his clothes, must remain on the premises, must perform manual work, deliver a 'paralyzing blow to the enemy', admit his errors and petition every member of the center for forgiveness. Does Mr. Hubbard seriously expect mature scientists, artists, and professional men who have distinguished themselves in their respective fields to submit to this prep school nonsense? Furthermore, whole categories of people are automatically excluded from training and processing and may never see Mr. Hubbard's confidential materials: Suppressive Persons, that is anyone who has ever publicly attacked Scientology together with all their families and connections. Anyone 'sitting in judgment on Scientology.' Anyone who has come to find out 'if Scientology works.' No one who has used cannabis within the last six weeks or LSD within the last 3 months may be processed. Such are the unique difficulties encountered by anyone who wishes to inform himself on the subject of Scientology. As to my personal evaluation, after six months of 71 study: I would not be writing this article unless I was convinced that Scientology is worth serious consideration. I feel that I have benefited greatly from Scientology processing. In an earlier article in Mayfair I said that Scientology can do more in ten hours than psychoanalysis can do in ten years. For what this is worth I still think so. Scientology is incomparably more precise and efficient than any method of psychotherapy now in use. But unfortunately, Scientology has duplicated some of the basic errors of conventional psychotherapy. Any aberration that effects the human mind must have a three dimensional coordinate point in the human nervous system. Otherwise it could not producer an effect anymore than a television or radio broadcast could be seen or heard without a receiving set. When Western psychiatrists turned away from Pavlov's lead and postulated Super Egos, Ids and Complexes without locating these entities in the human nervous system they foundered in mystical abstractions. And where, for that matter, is Mr. Hubbard's Reactive Mind? (When I suggested that the Reactive Mind must be located in the hypothalamus my suggestion fell on unresponsive ears. Mr. Hubbard is not interested in suggestions. He states flatly that he has never known any suggestion from a student to contain the slightest value.) The Reactive Mind, as set forth by Mr. Hubbard in the Clearing Course, is a model control instrument well worth the attention of anyone who is looking for inner freedom. Familiarity with this artifact gives one a considerable emancipation from crippling automatic reactions. Mr. Hubbard places the Reactive Mind in unimaginable antiquity, thus making any examination of its origin impossible. In view of a dim rusty label 'Made in USA September 17, 1889,' I cannot go along with this. My guess is that this control artifact was set up around the turn of the century. That is was 72 largely the work of one man. That its purpose was and is to keep people enslaved on this planet, to block the exploration of space and to ensure a parasitic ersatz immortality for the founder and his confederates. As long as anyone reacts to the Reactive Mind, HE is there. I have, in fact, an identical picture of this man. He was neither very famous nor completely obscure. He was neither very rich nor poor. He was probably a mathematician, perhaps a composer of music, almost certainly a Mayan scholar. The tip off came from the Mayan codices. To summarize my personal impression: I feel that Scientology has scratched some surfaces and turned up some leads. Experimentation and research carried out by workers in the fields of electronics, virology, cybernetics, biology, and operant conditioning could result in revolutionary advances. Mr. Hubbard says that the mere sight of his confidential materials would make any WOG - (His revealing term to designate those unversed in Scientology) - violently sick. I can claim some experience and skill in the scrivener's trade, but I could not undertake to write a few words guaranteed to make any appreciable number of readers physically sick. So, if this claim is justified, it is certainly a matter for investigation. I am sure that volunteers in abundance would step forward. Who would pass up an opportunity to read such potent prose? A head ache or a cold or the loss of the last supper is a small price to pay. This is not a frivolous suggestion. If words can make people vomit how are these particular words effecting the vomiting centers in the hypothalamus? Or is this claim put forward to give his followers a feeling of importance and to justify rather substantial fees? Only an actual test can give us the answer. If the Scientologists persist in a self-imposed isolation and in withholding their materials from those best qualified to evaluate and use them, they may well 73 find themselves bypassed. Mr. Hubbard says he wants recognition for his discoveries. Well, let him then show his confidential materials free of charge and without any restrictions to qualified workers in other fields. He says he has the road to freedom. Others have been a long time on that road